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Neue Welt – Andere Welt

(Reifezeit - Kapitel 7)

So vergingen wonnereiche Wochen im Eheleben von Iris und Reinhard, und bald hatte sich der Frühling zu einem warmen Sommer gewandelt.

Beflügelt vom neu gefundenen Glück in seiner Ehe hatte Reinhards Karriere in seiner Firma eine steile Aufwärtsentwicklung erfahren, und im Spätsommer eröffnete man ihm, dass er dazu auserkoren worden war, für einige Monate in der US-Amerikanischen Regionalgesellschaft in Illinois tätig zu werden, um dort eine wichtige Produktentwicklung voranzutreiben, die zeitlich in Verzug geraten war.

So klar es für Reinhard war, dass er dieses Angebot seiner Firma nicht wirklich ablehnen konnte, so schmerzte ihn doch die Aussicht, dass er mehrere Monate auf die ehelichen Wonnen mit seiner geliebten Iris würde verzichten müssen.

Hoffend, diesen Zwiespalt irgendwie aufgelöst zu bekommen, schrieb Reinhard eine E-Mail an Herrn Oswald, erläuterte diesem die Situation und bat ihn um Rat. Nach nur kurzer Zeit meldete sich Herr Oswald, und sie verabredeten sich zu einem Telefongespräch. In dessen längerem Verlauf beruhigte Herr Oswald den zwischen Karriere und Eheglück hin- und hergerissen Reinhard, dass auch eine längere Abwesenheit zwischen Eheleuten durchaus eine positive Auswirkung auf das weitere Eheleben haben könne. Er riet Reinhard dazu, sich an die Eheleute Baumann zu wenden, und Ludwig Baumann, den Mann von Alexandra, zu bitten „auf Iris achtzugeben“, wie sich Herr Oswald vorsichtig ausdrückte.

Wie schon so häufig zuvor, verwies Herr Oswald Reinhard auf verschiedene Kapitel und Absätze in den Briefen des Zachäus, welche ihm darlegten, dass im Sinne seines Glaubens alles seine Richtigkeit haben würde, wenn Ludwig Baumann die gelegentliche Zurechtweisung von Iris in Reinhards Auftrag übernehmen würde.

Alle Skepsis, die zunächst in Reinhard darüber aufkam, konnte Herr Oswald durch seine einfühlsame Art geschickt überwinden, insbesondere, als er darauf hinwies, dass er aufgrund seiner Nähe zu den Baumanns für deren Integrität bürgen könne, und selbstverständlich auf seinen Glaubensbruder Ludwig zugehen und die Obhut von Iris während der Abwesenheit von Reinhard aus der Ferne begleiten würde.

Auf Anraten von Herr Oswald sollte Alexandra Baumann sich regelmäßig mit Iris treffen, und mit ihr über eventuelle Verfehlungen oder die Notwendigkeit einer „Erdung“ sprechen. Iris würde dann Reinhard darüber unterrichten, und dieser wiederum Ludwig Baumann dazu auffordern, Iris in Anwesenheit von Alexandra entsprechend „zu behandeln“.

Auf diese Weise würde Reinhard alles unter seiner Kontrolle behalten, und keine Gefahr bestehen, dass Iris wieder in ihre alte Unausgeglichenheit zurückfallen würde.

Reinhard war Herrn Oswald dankbar für dessen einfühlsame Art, und spürte, dass dieser ihn zunehmend wie einen engen Freund behandelte. In diesem Zusammenhang bot Herr Oswald Reinhard nun auch das „Du“ an, was Reinhard für sich selbst als große Ehre empfand, hatte er doch Herrn Oswald dank der positiven Entwicklung seines Ehelebens, als wertvollen Mentor schätzen gelernt.

Vollends aller Bedenken entledigt fühlte sich Reinhard, nachdem sich herausstellte, dass der Ort an dem sich Hartmut Oswald in Chicago aufhielt, nicht allzu weit entfernt von dem Ort war, an den ihn seine Firma entsenden wollte. Ein Blick auf Google Maps offenbarte schnell, dass zwischen dem Haus in dem sich Hartmut Oswald eingemietet hatte und Reinhards voraussichtlichem Büro nur eine Autofahrt von etwa einer halben Stunde lag, was zu dem Vorschlag führte, dass Reinhard doch seine Unterkunft vor Ort in Hartmut Oswalds nehmen sollte.

„Das Haus hat drei Schlafzimmer, also mehr als genug Platz für uns beide, und etwas Gesellschaft würde uns sicherlich beiden gut tun“, meinte denn auch Hartmut Oswald, und brachte damit einen weiteren positiven Aspekt in den Augen von Reinhard ein. Denn dieser war bislang noch nie auf einem längeren Auslandsaufenthalt gewesen, und die Aussicht bei seinem Mentor zu wohnen, und von diesem auch in die lokalen Gegebenheiten eingeführt zu werden, zerstreuten seine Bedenken, die er in diesem Zusammenhang gehabt hatte.

So endete ein langes Telefongespräch mit einem in vielerlei Hinsicht beruhigten Reinhard, der nun voller Zuversicht seiner Entsendung entgegensah, zumal Iris selbst, nachdem sie erfahren hatte, dass Alexandra und Ludwig Baumann während der Abwesenheit von Reinhard „auf sie achtgeben würden“, sich sehr erfreut über diese Aussicht zeigte.

_________

Im Oktober war es nun soweit, und Reinhard machte sich auf die Reise nach Chicago.

Hartmut Oswald holte ihn direkt am Flughafen O´Hare ab, und in weniger als einer halben Stunde waren sie an Oswalds Haus in der Birchwood Lane in Wilmette angekommen. Von seiner Firma hatte Reinhard einen Wagen gestellt bekommen, den sie schon am nächsten Tag in Des Plaines übernehmen konnten, wo die Dependance von Reinhards Firma lag. Tatsächlich war sein Büro mit dem Auto leicht in einer halben Stunde zu erreichen, und Reinhard dankte Gott für diesen Umstand, der es ihm ermöglichte unter der Anleitung eines Freundes Hartmut Oswald in der fremden Umgebung Fuß zu fassen. Dieser nahm sich tatsächlich sehr viel Zeit, um Reinhard die Do´s und Dont´s der US-amerikanischen Gesellschaft im Allgemeinen, und der Gemeinde im Besonderen nahezubringen.

Dies half Reinhard dabei einige der typischen Fettnäpfchen zu vermeiden, welche auf Europäer lauerten, die fälschlicherweise glaubten, dass die Amerikaner genauso gestrickt seinen, wie die Europäer.

So konnte sich Reinhard recht schnell und erfolgreich in das lokale Team seiner Firma einbringen, und wusste auch schnell, welche Gegenden man lieber meidete.

Bereits in der ersten Woche besuchten Reinhard und Hartmut gemeinsam einen Gottesdienst in der „First Evangelical Zacchaeus Church“ in Long Groove, einer Glaubensgemeinschaft, die sich selbst „Koinonia Barbelo“ nannte, und, wie Hartmut Oswald vor dem ersten Besuch am Mittwochabend Reinhard vorbereitet hatte, nach den Lehren des Zachäus ausgerichtet war.

Zu seinem Erstaunen wurde Reinhard im Gottesdienst der ganzen Gemeinde vorgestellt, und mit großer Herzlichkeit empfangen. Man sah es ihm nach, dass sein Englisch noch etwas holprig war, und die ganze Gemeinde klatschte, nachdem er kurz einige Worte über sich gesprochen hatte.

Die Gemeinde schien sehr lebendig, und insbesondere der Ablauf des Gottesdienstes mit freudigem Singen und Beten war so ganz anders, als er dies von seiner deutschen Heimat gewohnt war.

Auf der Fahrt zurück zur Birchwood Lane unterhielten sich Hartmut und Reinhard dann auch über die erstaunlichen Unterschiede zu Deutschland, und Hartmut kündigte an, dass er Reinhard in Bezug auf die Gemeinde noch einige Informationen geben müsse. Das würde er jedoch erst in ein paar Wochen angehen, wenn Reinhard sich ausreichend akklimatisiert und in der neuen Umgebung eingerichtet hätte.

Reinhard vermutete, dass es sich dabei wieder um einige Ratschläge zur Vermeidung von „Fettnäpfchen“ handeln würde, und ahnte nicht geringsten was ihm Hartmut Oswald mitteilen würde.

_________

Entgegen seiner ursprünglichen Erwartung gewöhnte sich Reinhard sehr schnell ein, und nach einigen Wochen, gegen Ende April, meinte Hartmut Oswald, dass es nun an der Zeit sei, Reinhard in die Besonderheiten ihrer Gastgemeinde einzuführen.

„Gut, dass wir jetzt ein wenig Ruhe haben, damit ich dir erzählen kann, was dich am nächsten Sonntag beim Gottesdienst erwarten wird“, begann Hartmut Oswald das Gespräch nach dem sie zusammen ihr Abendbrot eingenommen hatten.

„Die hiesige Koinonia Barbelo Gemeinde nimmt die Gebote des Zachäus sehr ernst, und dies gilt insbesondere auch für seine Gebote der Gastfreundschaft.“

Hartmut Oswald nahm wieder einmal sein Buch des Zachäus zur Hand, und las vor:

        „Seht wie es eine Freude ist, wenn Brüder und Schwestern einträchtig und in der Liebe der Ahavaba beieinander wohnen.
Und so soll es sein, wenn ein Fremder bei euch wohnt, und sei es auch nur für kurze Zeit.
Nehmt ihn auf in eure Gemeinschaft und erweist ihm die Ehre eurer ungeteilten Nähe. Sei es Mann oder Frau, so erkennet die Sehnsucht eures Gastes und schenkt ihm, was er in Abwesenheit von seinen Lieben in der Fremde sonst vermissen müsste.“
[Zach 2,35-37]

„Du wirst vielleicht erstaunt sein zu hören wie dies hier bei der Koinonia Barbelo gelebt wird, und es mag dir eigenartig vorkommen, was ich dir heute Abend mitteilen werde. Aber ich versichere dir, es ist zur Zufriedenheit aller.“

Hartmut machte eine kleine Pause, um seiner Einleitung noch etwas wirken zu lassen. Dann fuhr er fort:

„Nach deiner Vorstellung vor der Gemeinde vor einigen Wochen, werden sich einige Frauen dazu entschlossen haben - und das im wohlwollenden Wissen ihrer Partner und in Wahrnehmung ihrer gleichberechtigten Stellung innerhalb ihrer Beziehung – am nächsten Sonntag ihren Namen auf einen Zettel zu schreiben, und diesen diskret in eine der, in einem Nebenraum aufgestellten, Urnen zu geben. Für jeden der bereits sieben Wochen Gast der Gemeinde war, und noch mindestens einige weitere Wochen anwesend sein wird, wird solch eine Urne dort stehen. Also am nächsten Sonntag mindestens eine für dich und eine für mich.

Mit diesem Zettel bewerben sich die Frauen beim Gemeindevorstand darum, ihren Gemeindedienst im Sinne der Gastfreundschaft wahrzunehmen. Der Gemeindevorstand besteht übrigens, wie bei allen Zachäus-Gemeinden jeweils aus einer Frau, der Barbella und einem Zachos, ihrem männlichen Pendant.

Sofern du als Gast dem Gemeindevorstand zuvor einen entsprechenden Wunsch nach einer Nähe und intimer Zweisamkeit für die kommende Woche signalisiert hast, werden die beiden dann am Abend die eingegangenen Bewerbungen sichten und daraus auswählen, welche der Frauen sich am kommenden Dienstag und Samstag um deine Sehnsüchte kümmern werden. Die Bestimmende ist dabei immer die Barbella, auch wenn wohl meist Einigkeit herrscht.

Dein Einverständnis voraussetzend habe ich dem Zachos für das kommende Wochenende deinen Wunsch schon einmal mitgeteilt.“

Reinhard glaubte seinen Ohren nicht trauen zu können, denn was Hartmut da andeutete, schien ihm doch allzu merkwürdig und unglaubwürdig. Und das Hartmut für ihn zu dieser Art von Gastfreundschaft quasi bereits angemeldet hatte, ohne ihn vorher danach zu fragen irritierte Reinhard.

Einerseits war er doch ein wenig neugierig und der Gedanke an ein erotisches Abenteuer erregte ihn, zumal nach der Enthaltsamkeit der Zeit seit seiner Abreise von zu Hause. Andererseits, was würde Iris dazu sagen, sollte er sich überhaupt auf so etwas einlassen. Würde er mit solch einem Ehebruch nicht seine, gerade wieder so glückliche, Beziehung zu Iris gefährden. Und überhaupt - warum hatte Hartmut so einfach für ihn entschieden? Unzählige Fragen und Gefühle rasten durch Reinhards Kopf.

„Ja, das mag nun sehr seltsam für dich klingen, aber so liest man hier die Worte des Zachäus“, reagierte Hartmut auf die von Zweifeln und Fragen gequälte Mine von Reinhard.

Dieser hatte alle Mühe ob des Gehörten einen klaren Gedanken zu fassen. Reinhard war entsetzt über sich selbst und gleichzeitig schauerlich fasziniert. Dass er so etwas überhaupt an sich heranließ. Was für ein Schwein musste er sein, bei den Worten Hartmuts überhaupt so etwas wie einen Kitzel der Lust zu verspüren, durchzuckte ihn ein Gedanke. Und doch lockte Reinhard die Vorstellung, wie Venus den Tannhäuser in den Hörselberg gelockt hatte.

In dieses Chaos seiner Gedanken hinein hörte Reinhard noch die beschwichtigenden Sätze von Hartmut Oswald: „… es geht hier ja nicht ums Vögeln um des Vögelns Willen, oder einen Beischlafwettbewerb, bei dem Frauen die Männer als Trophäen sammeln, sondern um das Schenken und Beschenkt werden mit der heiligen Dreifaltigkeit der Liebe: Agape, Philia und eben auch Eros.

Ich sehe, dass dich das Alles sehr aufwühlt. Aber lass´ mich erst einmal in aller Ruhe erläutern, was das im Grunde bedeutet, dann bin ich für deine Fragen offen.“

Reinhard brauchte einen Moment, um sich wieder auf die Worte von Hartmut Oswald konzentrieren zu können, der inzwischen fortfuhr:

 „Du wirst vielleicht noch am Sonntagabend, oder spätestens im Verlauf des Montags eine Mail vom Gemeindevorstand mit dem Namen der Frau bekommen, die du am Dienstag oder Mittwoch und am Samstag an einem vereinbarten Treffpunkt abholen wirst. Ihr Mann wird sie zu diesem Treffpunkt begleiten, und von dort nach eurem Treffen auch wieder abholen.

Ihr werdet gemeinsam hierherkommen, und nach oben auf dein Zimmer gehen. Ich selbst werde ebenfalls so ein Treffen haben, allerdings werden wir uns absprechen müssen, damit wir uns nicht ins Gehege kommen. Diskretion ist hier sehr wichtig, und die Ladies sollten nichts voneinander sehen. Bei der Größe des Hauses sollte das aber kein Problem sein. Ihr könnt zum Beispiel über den Hintereingang direkt die Treppe nach oben nehmen, während ich mit meiner Lady hier unten sein werde.

Beim ersten Treffen werdet ihr euch erst einmal noch miteinander unterhalten und näher kennenlernen. Auf der Fahrt hierher werdet ihr euch ja schon ein wenig einander vorgestellt haben.“

Hartmut legte nun eine Pause ein, um seinen folgenden Worten mehr Gewicht zu verleihen, da er wahrnahm, dass es in Reinhards Kopf immer noch vor einander wiederstreitenden Gedanken tobte.

„Das was ich dir jetzt sage ist sehr, sehr wichtig, und musst du die ganze Zeit über berücksichtigen: es ist immer die Lady, von der die Initiative an diesem Abend ausgeht. Du wartest, bis sie auf dich zugeht, egal was passiert!“

Sie wird es sein, die dir zu einem bestimmten Zeitpunkt die Frage stellen wird, ob du bereit für die ´Zungenprobe´ bist.“

Reinhard fühlte sich mehr und mehr in eine völlig andere Welt versetzt, und die Fragen in seinem Kopf wurden immer mehr, doch Hartmut gab ihm mit einer beschwichtigenden Geste seine Hände zu verstehen, dass er sich mit seinen Fragen noch zurückhalten solle.

„Die ´Zungenprobe´ bedeutet nichts anderes, als dass die Lady erwartet, dass du sie in ihrem Liebesgarten mit deiner Zunge beglückst. Davon wird sie abhängig machen, wie der weitere Abend zwischen euch verläuft.

Doch einen Hinweis hierzu: es ist zwar unwahrscheinlich, aber es kann durchaus sein, dass sich diejenige, die sich dich auserwählt hat, aus welchem Grund auch immer, anders entschieden hat. Es könnte zum Beispiel sein, dass sie an diesem Tag unerwartet ihre Tage bekommen hat. Du solltest dich also nicht wundern, falls du nicht zu einer ´Zungenprobe´ aufgefordert wirst. In diesem Fall habt ihr an diesem Abend einfach nur ein nettes Gespräch, und nach einiger Zeit bringst du sie zu ihrem Partner zurück. Das heißt übrigens nicht, dass es am darauffolgenden Samstag genauso abläuft. Um bei dem vorherigen Beispiel zu bleiben könnten ihre Tage da ja schon wieder vorüber sein.“

In Reinhards Kopf drehte sich immer noch alles wie wild, und seine Gedanken wirbelten in ihm wie in einem Tornado umher.

„Und noch ein ganz wichtiger Hinweis: Für die ´Zungenprobe´ wird sich deine Lady angezogen auf dein Bett legen, und auch du wirst dich zu diesem Zeitpunkt noch nicht entkleiden! Sie wird lediglich ihr Kleid oder ihren Rock hochziehen und ihr Höschen ausziehen, und dir so Zugang zu ihrem Liebesgarten gewähren.

Dabei rate ich dir, dich von oben ihrer Perle zu nähern, so kannst du deine Zunge besser steuern. Das ist nicht ganz unwichtig, denn von der Art, wie deine Zunge ihrer Perle begegnet, wird sie es abhängig machen, ob es danach auch für dich noch eine Erfüllung geben wird.

Wie ich dir schon gesagt habe hängt alles was geschieht immer von der Lady ab. Sie ist die Schenkende, und sie bestimmt, was sie dir schenken will, und wie sie von dir beschenkt werden möchte. Sie wird es dir zeigen, und falls nötig wird sie „nein“ sagen. Und ein ´Nein´ ist immer ein unumstößliches ´Nein´ – dass musst du zu aller Zeit berücksichtigen.

Das gilt übrigens auch umgekehrt. Solltest du dich an dem Abend vielleicht nicht gut fühlen, oder anderweitig keine Lust haben, so musst du auch keine ´Zungenprobe´ oder irgendetwas anderes mit der Lady unternehmen. Sag ihr einfach, dass du dich nicht wohlfühlst, und verletze nicht ihr Selbstwertgefühl, wenn sie dir zum Beispiel nicht gefällt. Sei immer freundlich und bringe sie zum vereinbarten Zeitpunkt einfach wieder zurück zum Treffpunkt wo ihr Partner sie wieder abholen wird.

Erneute unterbrach Hartmut Oswald seine Rede, um dem inzwischen völlig überrumpelten Reinhard eine Gelegenheit zu geben wieder etwas zu sich selbst zu finden. Allerdings wollte er Reinhard aber auch in ausreichender Spannung und Erregung halten, um nicht seine Absicht zu gefährden, Reinhard auf die nächste Stufe der Lehren des Zachäus zu heben. So fuhr er fort:

Nach der ´Zungenprobe´ kann es nun weitergehen - muss es aber nicht, wie schon gesagt.

Du solltest etwas Papier und einen Stift zur Hand haben, denn nachdem sie sich von deiner ´Beglückung´ erholt hat, wird sie auf dem Papier eines von drei Symbolen malen, was ihrem weiteren Wunsch entspricht. Sollte sie nicht nach dem Papier verlangen, dann war es das eben.

Falls sie eine Hand auf das Papier malt, dann bedeutet dies, dass sie dich mit ihrer Hand beglücken möchte, wenn du Glück hast wird sie dabei auch ihren Mund einsetzen.

Malt sie eine Blume, dann gewährt sie dir den Besuch ihres Liebesgartens. Und zeichnet sie einen Kreis mit Strahlen in Form einer Sonne, fordert sie dich dazu auf ihren Wonnebrunnen zu besuchen.

Wenn du bereit bist auf ihren Wunsch einzugehen, malst du selbst ein kleines Herz auf das Blatt Papier. Wie gesagt, auch du musst nichts tun, was du nicht magst. In dem Fall sagst du einfach, dass dir nach nichts Weiterem ist, und ihr redet nicht weiter darüber. Du machst bitte auch keinen Gegenvorschlag, denn das wäre unhöflich.

Danach wartest du, bis sie sich selbst entkleidet hat, wobei es an ihr ist, zu entscheiden was sie ablegt, oder ob sie noch etwas anbehält. Auf keinen Fall darfst du sie berühren, bevor sie selbst sich dir genähert hat und dein Hemd aufknüpft. Lass sie das machen, und warte, bis sie dir Gürtel und Hose geöffnet hat. Das ist dann das Zeichen, dass du deine restlichen Kleider ablegen sollst. Unabhängig, ob sie dabei noch etwas anhat, wird von dir erwartet, dass du gänzlich nackt bist.

Präg dir das bitte ganz genau ein, denn das, was dir vielleicht als Kleinigkeiten vorkommen mag, ist sehr wichtig für einen gelingenden Abend. Alles andere könnte als übergriffig aufgefasst werden, und da können manche Ladies sehr empfindlich sein.

Wie schon gesagt, es geht alles immer von deiner Lady aus, und selbst wenn du dann endlich nackt bist, darfst du keinesfalls über sie herfallen, sondern sie wird dir mit Zeichen oder Worten deutlich machen, was sie als Nächstes von dir erwartet. Gerade bei den gewünschten Stellungen sind die Ladies sehr eigen!

Und wenn du darauf Wert legst, dass der zweite Abend mit der Lady die dich erwählt hat, ebenfalls erfüllend ist, solltest du unbedingt darauf achten, dass deine Lady zuerst zu ihrem Vergnügen kommt, so schwer das auch sein mag. Ich hoffe du bist in der Lage dich ausreichend zu beherrschen, wenn es darauf ankommt.

Du siehst also, dass die gelebte Gastfreundschaft nicht nur dem Gast zu Gute kommen, sondern auch der Gastgeberin. Sei also zurückhaltend, und behalte dies immer im Hinterkopf.“

Reinhard schwirrte der Kopf, und konnte erst einmal überhaupt nichts sagen. Das klang alles so unerhört und eigentlich auch völlig unglaubwürdig. Doch die Ernsthaftigkeit mit der Hartmut Oswald seine Erläuterungen vorgetragen hatte, ließen ihm keinen Zweifel daran, dass dieser es wohl ernst meinte. Und auch wenn der Orkan seiner Gedanken noch so in Reinhard tobte, hatten die Ausführungen Hartmuts doch eine wohlige Erregung in ihm ausgelöst. Aufreizende Bilder waren in ihm erschienen, ganz unabhängig von Reinhards Versuch eines rationalen Denkens, das sich nicht so recht entscheiden konnte, ob er sich jetzt auf den ersten solchen Termin freuen oder sich davor fürchten sollte.

Hartmut Oswald erkannte die rasenden Stürme in Reinhards Innerem, und beruhigte ihn mit den Worten:

„Nur keine Angst, ich habe dich als einfühlsamen Menschen kennengelernt, und ich bin sicher, dass du auch diese Herausforderungen meistern wirst.

Noch eine wichtige Sache ist, dass es nach der ´Zungenprobe´ nur genau einen Höhepunkt geben wird. Es wird also von dir erwartet, dass, nachdem ihr einige Zeit der Entspannung genossen habt, du dich ohne weitere Zärtlichkeiten wieder ankleidest. Sie wird das ebenfalls tun, und zwar ohne deine Hilfe!

Ich sollte auch noch erwähnen, dass Küsse ausschließlich auf die Stirn oder die Wangen statthaft sind, außer wenn deine Lady selbst in anderer Weise auf dich zukommt.

Und da fällt mir jetzt auch noch ein, dass ich vorhin das Thema Verhütung vergessen habe. Es mag dich allerdings erstaunen, dass die Benutzung von Kondomen innerhalb der Community der Koinonia Barbelo eher die Ausnahme darstellt. Das soll dich auch nicht weiter beunruhigen, denn obwohl man sehr freizügig miteinander umgeht ist schon seit Jahren kein Fall einer Geschlechtskrankheit mehr aufgetreten. Es lassen sich alle auch regelmäßig untersuchen, und man bleibt in der Community ja generell unter sich. Das ist auch der Grund, warum ich dir vor der Abreise geraten habe einen AIDS-Test zu machen. Das Testergebnis hast du doch mitgebracht, wie ich dir geraten habe?“

Reinhard erinnerte sich, und war froh diese Sache nicht vergessen zu haben, auch wenn er deren Sinn zunächst nicht verstanden hatte. Jetzt wusste er warum.

„Wir beide haben morgen auch noch einen Termin bei einem Arzt, der zur Koinonia Barbelo gehört. Der gibt dich dann entsprechend frei und teilt das dann dem Gemeindevorstand mit.“

Reinhard fühlte sich von den Erläuterungen Hartmuts völlig überfordert, hörte aber trotzdem weiter aufmerksam zu. Offensichtlich war er hier in einer ganz anderen Welt gelandet, die ihn mit Macht überwältigte.

Hartmut fuhr fort: “Vor Krankheiten musst du also keine Bedenken haben, und bezüglich unerwünschter Schwangerschaft auch nicht. Denn die Ladies kümmern sich ihrerseits um die Verhütung, oder sie sagen dir vorher, dass du ein Kondom benutzen sollst.

Ich habe in deinem Nachtisch schon ein kleines Päckchen deponiert. Für alle Fälle Latexfreie, denn man weiß nie, ob die Lady vielleicht eine Latexallergie hat. Und falls sie ein Kondom wünscht bist du es, der es anlegen muss, nicht die Lady!

Etliche in der Community sind aber generell in Bezug auf Kinder der Ansicht ´je mehr desto besser´, und sie überlassen es allein Gott, ob da etwas entsteht. Das erkennst daran, dass die Lady dir vorher eine gegenseitige Verzichtserklärung zum Unterschreiben vorlegt. Darin verzichtest du deinerseits auf deine Vaterschaftsrechte, und das Ehepaar oder Paargemeinschaft sichert umgekehrt zu, keinerlei Unterhaltsansprüche dir gegenüber geltend zu machen.

Solltest du aber irgendwelche Bedenken haben, so kannst du natürlich selber entscheiden es nur mit Kondom zu machen. Das musst du halt vorher deiner Lady sagen.

Allerdings – und das mag dich jetzt vielleicht erstaunen – musst du beim Besuch ihres Wonnebrunnens generell auf das Kondom verzichten. Wenn es also in ihren Popo gehen soll, dann entweder ohne Kondom oder gar nicht.

Ich war selbst darüber erstaunt das zu erfahren, aber man sagte mir, dass die Ladies es als Beleidigung ansehen, wenn du ein Kondom benutzt. Das würde als Unterstellung aufgefasst, sie seien nicht reinlich genug.

Wie auch immer: meiner Erfahrung nach sind die Ladies an dieser Stelle wirklich außerordentlich sorgfältig und sauber, da brauchst du keine Angst zu haben.

_________

Der Abend war inzwischen weit fortgeschritten, und Reinhard hoffte, dass nicht noch mehr für ihn kaum verarbeitbare Aspekte zur Sprache kommen würden. Auch dies nahm Hartmut Oswald im Gesicht seines Gegenübers wahr, und beruhigte ihn:

„Wir sind fast durch, aber es gibt da noch etwas, dass du für das zweite Treffen mit der Lady, die dich für diese Woche erwählt hat, wissen musst.

Der Samstag, an dem dieses zweite Treffen stattfinden wird, ist hier traditionell der Tag der Disziplin. Der Ehemann oder Partner, welcher dir seine Frau am vereinbarten Treffpunkt übergibt wird dir dazu noch mitteilen welche Art von Disziplinierung er erwartet, dass du sie stellvertretend für ihn an seiner Frau vollziehst. Üblicherweise wird er dir dazu eine Gerte oder einen Rohrstock mitgeben, und auch festlegen, wie viele Hiebe du seiner Frau damit geben sollst. Auch hier kann es wieder so sein, dass entgegen deiner Erwartung nichts dergleichen stattfindet, weil es vielleicht Gründe gibt, warum keine Züchtigung angebracht ist. Du solltest das nicht hinterfragen – wie immer geht alles von der Lady aus, und sie wird dir schon deutlich machen, was sie von dir erwartet.

Nachdem ihr angekommen seid und euch etwas eingerichtet habt, ist es üblich, dass sie sich vor dich hinkniet, und dir quasi ihre Sünden und Verfehlungen beichtet für die du sie im Namen ihres Mannes bestrafen sollst. Wenn dir ihr Mann keine weiteren Hinweise mitgegeben hat, dann hast du freie Hand, ob sie sich ganz ausziehen oder nur ihren Hintern freimachen soll. Genauso ist es deine Wahl, ob sie sich für die Züchtigung aufs Bett legen soll, ob sie steht, oder ob sie sich irgendwo drüber beugen muss. In jedem Fall solltest du angezogen bleiben, und sie vor der Züchtigung auch nirgendwo sexuell berühren.

Den Umfang der Züchtigung legt der Partner der Frauen fest, und bei der Intensität solltest du grundsätzlich einen Mittelweg verfolgen. So sollte die Lady nach der Rückkehr zu ihrem Ehemann noch einige Spuren des Vollzugs vorzeigen können. Im Allgemeinen werden die Partner kontrollieren wollen ob die Disziplin auch stattgefunden hat. Danach werden sie wahrscheinlich selbst noch etwas Vergnügen mit ihrer Frau haben wollen. Andererseits sollten keinesfalls ernsthafte Blessuren die Folge der Züchtigung sein. Aber so wie ich dich kenne, bist du da sowieso sehr umsichtig.

Wenn du sie dann verhauen hast, ist trösten angesagt, was dann gewöhnlich in Sex übergeht. Diesmal gibt es keine vorherige Vereinbarung darüber was sie möchte, aber trotzdem ist sie es, die bestimmt, was läuft, und sie wird entsprechend die Initiative ergreifen. Du musst halt auf ihre Zeichen achten.“

In was für eine andere Welt war Reinhard da hineingeraten? War das die „Neue Welt“ der unbegrenzten Möglichkeiten?

Wäre Reinhard von den Offenbarungen dieses Abends nicht derart überrumpelt, verwirrt und überwältigt gewesen, hätte er sicher noch einiges hinterfragt. Aber so hatte er sich entschieden erst einmal alles auf sich zukommen zu lassen.

Nach dem abschließenden Genuss eines kräftigen Bourbon ging Reinhard dann auch bald zu Bett, und hoffte die Ordnung in seinem Kopf bis zum nächsten Morgen oder immerhin bis zum ersten anstehenden Treffen irgendwie wiederherstellen zu können.

 

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