Ein Mann sucht Rat
(Reifezeit - Kapitel 1)
„Nun, wie gesagt, wir leben in verwirrenden Zeiten. Nicht nur die Männer, auch gerade die Frauen sind sich ihrer Rolle heute nicht mehr sicher. Sollen sie emanzipiert sein, werden sie zwischen Beruf und Familie zerrieben, tendieren sie mehr zur Häuslichkeit, werden sie von Teilen der Gesellschaft als Hausmütterchen verachtet. Es ist einfach unmöglich es allen recht zu machen, denn die Ansprüche sind einfach zu hoch. Da sollen die Frauen unabhängig ihre Karriere machen, fürsorglich Kinder erziehen, ihrem Mann eine verführerische Liebhaberin sein, und, und, und …, wie soll das überhaupt gehen?“
Pfarrer Wilbold wog seinen Kopf hin und her, so als wollte er damit gegenüber Reinhard unterstreichen, wie unabänderlich es war, dass Iris, Reinhard Schuberts Frau, ihm schon seit einiger Zeit nicht mehr die Frau sein konnte, der gegenüber er das Versprechen abgelegt hatte mit ihr sein Leben zu verbringen.
Reinhard wollte es einfach nicht akzeptieren, dass mit der Geburt ihrer zwei Kinder das eheliche Liebesleben gegen Null tendierte, während er selbst in der Blüte seiner Manneskraft stand. Er fühlte sich betrogen.
„Aber der allgemeine Druck, Pfarrer Wilbold, liegt doch genauso auch auf mir. Ich arbeite als Ingenieur inzwischen fast jeden Tag an die 10 Stunden im Büro und auf den Baustellen, und wenn ich abends nach Hause komme, helfe ich beim Windelwechseln genauso, wie im Haushalt. Auch ich bin oft erschöpft von den vielen Verpflichtungen, und doch sehne ich mich nach der Zärtlichkeit meiner Frau, und möchte auch ihr meine Liebe schenken.“
Das klang aus dem Mund eines schlanken, hochgewachsenen Mannes Mitte dreißig, dem man immer noch ansah, dass er in seiner Jugend viel Sport gemacht hatte, fast schon unpassend weinerlich. Dabei verrieten seine flinken blauen Augen, die in der Damenwelt zusammen mit seinen blonden Haaren, die er inzwischen deutlich kürzer als in seiner Jugend trug, immer so gut angekommen waren, wie auch seine immer noch recht kantigen Gesichtszüge eine solide Durchsetzungsfähigkeit.
Der verzweifelte Unterton in Reinhards Worten blieb Pfarrer Wilbold jedoch nicht verborgen. So entschloss er sich, seinem ratsuchenden Gemeindemitglied zu empfehlen, einen gewissen Herrn Oswald zu kontaktieren, der in solchen Dingen schon einige ähnlich gelagerte Probleme in seiner Gemeinde hatte erfolgreich lösen können.
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Nach einer ersten telefonischen Kontaktaufnahme mit Herrn Oswald, traf sich Reinhard mit diesem, auf ihn ruhig und seriös wirkenden, Herrn. Geduldig ließ sich Herr Oswald die Situation erläutern, und fand sehr schnell heraus, dass es bei den Schuberts genauso verlaufen war, wie in vielen anderen Ehen auch.
Der Alltag hatte das Zepter übernommen, und während die männliche Seite, wie in so vielen Fällen, auf den zunehmenden Stress in Beruf und Gesellschaft in eine erotische Fantasiewelt auswich, zogen sich die Frauen in sich zurück, und antworteten auf die allseitige Überforderung mit Verweigerung ihrer ureigensten Bedürfnisse gegenüber sich selbst und ihrem Partner.
Erstaunlicherweise, hatte Herr Oswald herausgefunden, dass dies nicht nur traditionell orientierte Paare betraf. Hatte er doch neulich erst in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung ähnliches vorgefunden, und mit großer Zufriedenheit festgestellt, dass die uralten Weisheiten, welche er aus seiner heiligen Schrift herauslas auch in unkonventionellen Konstellationen zu positiven Ergebnissen führten.
Also hatte Herr Oswald auch im Fall von Iris und Reinhard zu seinem Buch der Bücher gegriffen, und dem verzweifelten Ehemann erläutert, wie die vor über 2000 Jahren niedergeschriebenen Weisheiten für die Ehe der Schuberts positiv zur Anwendung kommen könnten.
So ließ Herr Oswald Reinhard zunächst aus den Fragmenten der Briefe des Zachäus einen kleinen Absatz aus dem Kapitel 3 vorlesen:
„Es hat dem Schöpfer gefallen dem Mann
besondere Kraft, Ausdauer und Zielstrebigkeit zu geben, während den Frauen
Harmonie und Schönheit aber auch eine wogende Empfindsamkeit geschenkt wurde.
Und so wie die Männer ihre überschäumende Kraft in Jähzorn und Streit bezwingen
müssen, so müssen Frauen ihre Launen im Zaum halten.“
[Zach 3,28]
„Das ist genau das, was ihr erlebt“, erläuterte Herr Oswald. „Ihre Frau Iris ist durch die Herausforderungen eurer kleinen Kinder, und die vielen anderen Ansprüche, die das Leben an sie stellt, überfordert, und fühlt sich in die Ecke gedrängt. Etwas das heute nicht selten zu beobachten ist.
Was Zachäus als ´Launen´ bezeichnet ist nichts anderes als der Ausdruck der Verzweiflung und der Verspannung ihrer Frau. Sie fühlt, dass sie euch und eurer Partnerschaft nicht gerecht wird, und genau das ist es, was sie immer weiter in die Verzweiflung treibt. Denn sie liebt sie ja, auch wenn das im Moment genau nach dem Gegenteil aussieht.“
Reinhard verstand, und mit seinem rationalen Denken als Ingenieur konnte er eine sich selbst verstärkende negative Rückwirkung durchaus nachvollziehen.
„Aber wie kommen wir da wieder heraus, wie kann ich meiner Frau helfen aus diesem Teufelskreis zu entkommen?“, fragte er Herrn Oswald.
„Nun, die Antwort darauf erscheint in unseren heutigen Zeiten vielleicht irritierend und nicht politisch korrekt. Aber wir sollten darauf vertrauen, dass Erfahrungen, welche Menschen schon vor über 2000 Jahren gemacht haben, möglicherweise doch nicht so von der Hand zu weisen sind. Lesen wir weiter, was der weise Zachäus uns in diesem Fall zu raten hat.“
Herr Oswald nahm sein heiliges Buch vom Tisch, und las vor:“
„Die Kraft ist es jedoch, welche euch Männer dazu befähigt, auch den Widrigkeiten eurer eigenen Natur entgegenzutreten, während eure Frauen von den Dämonen ihrer Launen nur allzu schnell überwältigt werden und sich bald nicht mehr daraus befreien können.
Ihr Männer seid nun dazu ausersehen eure
Frauen mit eurer Tatkraft liebevoll zu unterstützen indem ihr ihnen Ahava Zuta gewährt, und den Kreis der Dämonen durchbrecht und
sie aus deren Fängen befreit.“
[Zach
3,29-30]
Herr Oswald ließ die Worte zunächst ein wenig wirken, bevor er fortfuhr:
„Das mag nun schwer verständlich klingen für unsere heutigen Ohren, aber es bedeutet nichts anderes, als dass man die Weiber aus den Endlosschleifen in ihren Gedanken – dem hier erwähnten Kreis der Dämonen - durch ein einschneidendes, äußeres Ereignis herausführt. Quasi ihr Bewusstsein auf einen völlig anderen Aspekt ihres Seins zurückwirft, vor dem Alltag, Stress und äußere Ansprüche verblassen.“
Herr Oswald las in Reinhards Gesicht die Fragen, die er schon so viele Male zuvor in männlichen Gesichtern gelesen hatte. Er hob deshalb sogleich beschwichtigend seine Hand und fuhr fort: „Geduld, ich werde euch gleich erläutern, was das ´Ahava Zuta´ bedeutet und was ihr konkret tun könnt.“
Dann fuhr Oswald fort aus dem Buch vorzulesen:
„Ohne Kleider im Zustand des Eirom soll euer Weib Zaruthana oder Zarkatha von euch, auf ihren Achat empfangen, um sie von den bösen Dämonen zu befreien, die sich sonst dauerhaft in ihr einnisten werden.
Seid standhaft in eurer Strenge der Ahava Zuta, und lasst nicht nach, bis alle Dämonen vertrieben sind, doch seid gütig und verletzt sie nicht aufs Blut.
Es ist eure Pflicht eurem Weib nach
dem Ahava Zuta ihre Tränen zu trocknen und sie zu trösten. Demut,
Friede und Zärtlichkeit werden am Ende im Ahavaba ihre
Vereinigung finden.“
[Zach 3,31-33]
Reinhard Schubert hörte geduldig zu, und doch schien er immer weniger zu verstehen, was Herr Oswald ihm da vorlas. All diese seltsamen Worte, die aus einer längst untergegangenen Zeit und Kultur stammten. Was um Himmelswillen, sollte ihm das in seiner Situation sagen?
Doch Herr Oswald ließ nach dem Vorgelesenen keine lange Zeit verstreichen, und fuhr deshalb fort zu erklären: „Ja, diese alten Texte sind oft schwer zu verstehen, und man muss sie erst in das Verständnis unserer heutigen Zeit übertragen. Aber letztendlich bringen diese alten Weisen die Dinge doch erstaunlich schnell auf einen Punkt.
Denn Zachäus spricht hier einfach davon, dass eine Frau, die sich in mehr oder weniger hysterischer Weise von den einfachen Grundlagen ihrer Weiblichkeit entfernt hat, am schnellsten durch eine liebevolle Züchtigung auf das Wesentliche des Lebens zurückgeholt werden kann. Geerdet - wie man heute so gern sagt.
Ich weiß, das mag in unserer ach so modernen Zeit sehr befremdlich klingen. Doch erinnern wir uns, wie wir als Kinder manchmal wegen irgendeiner Sache fast den Verstand verloren haben, und uns eine Ohrfeige unseres Vaters ganz schnell wieder auf den Boden zurückgebracht hat.
Nicht, dass Sie mich falsch verstehen, ich bin ein absoluter Gegner davon Kinder zu schlagen. Die Worte von Zachäus gelten ausschließlich für Erwachsene, die einverständlich sich dazu entschieden haben nach seinen Worten zu leben.“
Herr Oswald ließ die Worte einen kleinen Moment wirken, dann fuhr er fort: „Es geht hier nicht darum, dass sie ihre Frau im Namen einer Heiligen Schrift misshandeln. Und wie der Text betont, soll die Empfindung von Schmerz lediglich den Teufelskreis endloser Gedanken der Überforderung durchbrechen, eure Frau aber nicht verletzen oder unnötig demütigen.
Deshalb auch das Gebot im Anschluss an solch eine Züchtigung - und für nichts anderes steht der apokryphische Ausdruck ´Ahava Zuta´ - der Frau gegenüber ihre Wertschätzung durch liebevolle Nähe und Zärtlichkeit auszudrücken – die Ahavaba – die Liebe.“
Reinhard Schubert war sprachlos. Hatte ihm dieser Herr Oswald gerade tatsächlich vorgeschlagen, seine Iris zu schlagen? Etwas was ihm nie in den Sinn gekommen wäre. Hatte man ihm nicht von Kindesbeinen an beigebracht: Mädchen schlägt man nicht! Und seine Frau erst recht nicht – das war doch häusliche Gewalt – das Abscheulichste, was Reinhard sich vorstellen konnte.
Bilder von übel verprügelten Frauen stiegen in Reinhard auf, zusammen mit einer unaussprechlichen Wut, die sich in seine sowieso schon vorhandene Frustration mischte.
Reinhard war kurz davor aufzustehen, und den Raum empört zu verlassen, als Herr Oswald wieder mit einer besänftigten Geste seiner Hand fortfuhr: „Ich verstehe, dass dies sehr unerhört klingt, denn welcher aufgeklärte und zivilisierte Mann unserer heutigen Zeit, würde noch seine Frau schlagen.
Und doch, lassen sie das eben gehörte erst einmal auf sich wirken, und treten sie innerlich von ihrer Empörung drei Schritte zurück. Ich versichere ihnen, dass viele andere Paare ihre Probleme durch solch eine Therapie dauerhaft lösen konnten.
Es geht nicht darum ihre Frau gewalttätig zu verprügeln, sondern sie liebevoll aus dem Teufelskreis ihrer Verzweiflung und Tränen durch ein einschneidendes Erlebnis herauszureißen herauszuholen.
Ich gebe ihnen gerne hier dieses Buch mit, in dem sie nachlesen können, welche Erfahrungen andere Paare mit ´Ahava Zuta´ gemacht haben. Seien sie offen, und wägen sie ab - dann können sie immer noch entscheiden, ob dies vielleicht eine Lösung ihrer Probleme sein könnte.“
Mit diesen Worten holte Herr Oswald aus seinem Bücherschrank ein Buch mit dem Titel „Ahava Zuta – wie meine Ehe gerettet wurde“, und überreichte es Reinhard Schubert.
Zunächst widerwillig, nahm Reinhard das Buch aus den Händen von Herrn Oswald entgegen.
„Ich bin die nächsten zwei Wochen auf Reisen. Lassen sie sich also Zeit Herr Schubert, danach können sie mir das Buch wieder vorbeibringen, und wir sprechen noch einmal darüber. Versprechen sie mir, dass sie mir wenigstens mitteilen, wie sie sich entschieden haben.“
Damit verabschiedete sich Reinhard Schubert von Herrn Oswald, und kehrte noch frustrierter und verzweifelter als zuvor nach Hause zurück.
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In den folgenden Tagen lag das Buch des Herrn Oswald versteckt zwischen den Unterlagen in Reinhards Aktentasche, wo er sicher war, dass seine Frau niemals hineinschauen würde. Er hatte sich fest vorgenommen, das Buch ungelesen Herrn Oswald nach zwei Wochen wieder zurückzugeben, und die ganze Angelegenheit auf sich beruhen zu lassen. Was hatte sich Pfarrer Wilbold nur dabei gedacht, ihn zu diesem verrückten zu schicken!
Unterdessen kam es, wie schon einige Male in den Monaten und Wochen zuvor, zu einer unschönen Szene mit seiner Frau Iris, die wieder einmal am Ende ihrer Kräfte in einem hysterischen Weinkrampf endete, worauf Iris beschloss das darauffolgende Wochenende zusammen mit den Kindern bei ihrer Mutter zu verbringen.
Reinhard schmerzte dies sehr, denn Wochenenden waren sowieso zur einzigen verbliebenen Hoffnung geworden seinem Bedürfnis nach Zweisamkeit mit seiner Frau eine Chance zu geben. Eine Chance die sich nun aber schon seit über drei Monaten nicht mehr realisiert, und Reinhard immer unbefriedigender zurückgelassen hatte.
Den Samstag verbrachte Reinhard noch mit Arbeiten am neuesten Projekt seiner Firma, und konnte sich damit von seiner ehelichen Frustration ablenken. Doch auch erheblicher Alkoholgenuss am Samstagabend, den er alleine zu Hause vor seinem PC mit dem Anschauen seichter Pornos aus dem Internet zubrachte, konnte seine innere Qual nicht lindern.
Natürlich hatte er zuweilen schon mit dem Gedanken gespielt, einfach zu einer Prostituierten zu gehen, um irgendwie den Druck loszuwerden. Doch konnte er sich auch dazu nicht überwinden und wies den Gedanken immer wieder von sich.
Nachdem er am Sonntagmorgen seinen Rausch ausgeschlafen, und gerade noch rechtzeitig in die Kirche zum Gottesdienst gekommen war, fiel ihm nach der Rückkehr in sein einsames Haus, beim Zusammenstellen seiner Unterlagen für die kommende Woche, wieder das Buch von Herrn Oswald in die Hände.
„Und wenn vielleicht doch …?“
In Reinhard kämpfte der aufgeklärte, zivilisierte Mann, mit einer Frage, die er sich eigentlich gar nicht hatte stellen wollen. Zweifelte er doch inzwischen an Allem, und vor allen Dingen an sich selbst.
Was hatte er falsch gemacht?
Wann war er falsch abgebogen?
Warum blieb ihm das Glück versagt, nachdem er doch angeblich alles richtig gemacht hatte im Leben: brav gelernt, fleißig studiert, eine liebe Frau geheiratet, ein Haus gebaut, Kinder gezeugt, Steuern gezahlt, den Müll sorgfältig getrennt, Solarpaneele aufs Dach gesetzt, die Ölheizung durch eine teure Wärmepumpe ersetzt und ein Elektroauto angeschafft, das Klima gerettet, immer der Tagesschau geglaubt, nie eine extreme Partei gewählt, und, und, und …
Immer hatte er das getan, was angeblich richtig und gut und achtsam war. Nie über die Stränge geschlagen, sondern Selbstdisziplin geübt.
Doch wohin hatte ihn all das gebracht?
In großer Verzweiflung und innerlich kochend von einer unbändigen, ihm aber auch unbegreiflichen Wut, griff er nach dem Buch von Herrn Oswald, und setzte sich im Wohnzimmer auf seinen bequemen Lesesessel.
War es Trotz oder Einsicht? Reinhard wusste es selbst nicht. Doch mit der ihm eigenen Verbissenheit und Ausdauer versank er in die Zeilen des Buches, und verstand am Ende selbst nicht, an welcher Stelle ihm plötzlich alles einsichtig und logisch erschien, und er glaubte zu verstehen, was sich hinter all den seltsamen Begriffen verbarg.
Der unerhörten, aber plötzlich seltsam erregenden Vorstellung, seiner Iris, wenn sie wieder einmal hysterisch mit ihm streiten würde oder in einen Weinkrampf verfiel, einfach mit ´Zaruthana oder Zarkatha´ also einem Rohrstock oder einer Peitsche ihren ´Achat´, also ihren Hintern, zu versohlen, solange, bis er wieder vernünftig mit ihr reden konnte, konnte er unerwartet etwas abgewinnen. Wie ebenso der obszönen, aber auf Reinhard plötzlich befreiend wirkenden, Vorstellung Iris sich dazu nackt vor ihm ausziehen zu lassen, was in dem Büchlein als ´Zustand des Eirom´ bezeichnet wurde, und sie nach erfolgter Züchtigung - und nichts anderes war dieses ´Ahava Zuta´ - erst mit Küssen zu trösten, und danach einfach hemmungslos durchzuficken!
Reinhard erschrak über seine eigenen Gedanken, und der obszönen Begriffswelt, der sich diese plötzlich bedienten. War er doch sonst jemand, der sich immer beherrschte, und Kraftausdrücke stets zu vermeiden wusste.
Politisch völlig inkorrekt und eigentlich unsagbar, doch Unvermittelt wirkten diese Art der Gedanken auf Reinhard wie eine Befreiung.
Eine Offenbarung?
Über der Lektüre des Buches war es später Abend geworden, und hatte der Alkohol am Vorabend Reinhard noch die Sinne vernebelt, so schien ihm an diesem Sonntagabend alles klar und offensichtlich.
Reinhard glaubte nun seinen Weg zu kennen, und mit der ihm eigenen Beharrlichkeit würde er ihn bis zum Ende gehen.
Und er trug schlagartig die Gewissheit in sich: es würde alles gut werden.
Libertineros 2026
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