Das Hohelied der Sinnenlust

Hintergrund

Zum Ende des 19ten Jahrhunderts stieß der unbekannte rumänische Archäologe Prof. Dr. Bogdan Dragonitscu auf ein altes Manuskript mit Beschwörungsformeln für Liebeszauber.

Seine besondere Aufmerksamkeit erregte dabei der obszöne „Lobpreis des Phallus“:

         O, sfânt falus, lăudat fie puterea ta când pătrunzi.

         O, Sfinte Falus, lauda sa fie duritatea ta cand imi bagi in fund si aud ingerii cantand.

         O, sfânt falus, lăudat fie rigiditatea ta, cum limba mea gustă nectarul tău.

         Biciuiește-mă, purtător de falus sacru, biciuiește-mă.

          (Zach 7, 19-22)

In einem begleitenden Text wurde die ursprüngliche Herkunft dieser Beschwörungen von dem Alchimisten Niclolaus Sibinius im 16. Jahrhundert auf das verschollene „Hohelied der Sinnenlust” des König Salomo zurückgeführt, welches seinerseits in den ihm unbekannten Briefen des Zachäus niedergeschrieben wurde.

Im Folgenden wird die rekonstruierte Fassung des fiktiven Textes nach Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Anonimo Inconnu mit dessen freundlicher Genehmigung wiedergegeben.

Wie schon bei der Wiedergabe der Briefe des Zachäus wurden zur besseren Verständlichkeit des Textes den speziellen Begrifflichkeiten, die sich einer direkten Übersetzung entziehen, bei deren erster Erwähnung erläuternde Entsprechungen in Klammern beigefügt.

Ebenfalls können bei den unterstrichenen Begriffen durch ein „Mouseover“ die Entsprechungen hervorgebracht werden. Das funktioniert leider nicht auf Handys – sorry

Eine Zusammenstellung aller Begriffe findet sich hier.

 

Das Hohelied der Sinnenlust

Zach 7, 1-24

1       Preiset Gott für eure Sinne mit denen ihr seine Herrlichkeit erfasst. Deshalb sprecht zueinander die Verse der Liebe und der Lust an dem Leben, das Gott euch geschenkt.

2       Siehe, meine Geliebte, du bist schön wie der Tag und die Nacht! Mit meinen Augen finde ich keinen Makel an dir. Komm zu mir so wie du bist.

3       Deine Augen funkeln wie dein feiner Geist aufblitzt, sobald du zu mir sprichst.

4       Deine Lippen küssen mich und deine Emmara (Brüste) locken mich wie die Hügel des Libanon, wie auch dein weiches Haar das die Lust in mir weckt.

5       Deine Beine preise ich, denn sie weisen mir den Weg in den Ahavaba Gan (Wonnegarten) deiner Freuden. Dort wo die Pforte zum Pleroma (achter Himmel) mich mit meinem Berka Sharbit (Zepter des Segnens) empfängt.

6       Gepriesen sei dein Achat (runde Frucht) der sich mir anbietet, wenn du auf dem Bauch vor mir liegst oder dich ehrfurchtsvoll vor meinem Zarunos (feuriger Stab) verbeugst, bereit ihn in deinen Osher Maajen (Wonnebrunnen) aufzunehmen der in der Tiefen Schlucht zwischen deinen prallen Ammuratha (Zwillingswölbungen) wohnt.

7       Wie liebe ich deine Lippen, die deinen köstlichen Neshiva (Eingang des Lebens) bewachen, den Eingang zur Vereinigung unserer Zungen beim Kuss und das Gefäß für meinen Zarunos beim Fest des Ahava Neshiva (Besuch der Hingebungspforte). Dein Mund saugt an meinem Stab der Stärke, hart und pulsierend, ein Schwert der Freude, und ich koste von deinem Nektar, süß und warm

8       O heilige Amara (Tiefe des Liebesgartens), die Gott in seiner unendlichen Güte geschaffen hat, verehrt seist du, der du der Quell allen Lebens und aller Lust bist.

9       O heilige Amara, wie köstlich ist deine Nuriada (Flut des Lichts).

10     O heilige Amara, wie erfüllend ist mir deine Gischara (große Welle der Gnade), wenn dich die Tharmutha (heiße Läuterung) durch meine Hand in den Pleroma (achter Himmel) erhebt.

11     O heilige Apsitha (göttliche Wölbung), geziert von Tharmura (Male der heißen Läuterung) von Ahava Zuta (liebevolle Läuterung) und geadelt durch Saphema (Schmerz der die Seele befreit).

12     Du, meine Gefährtin bist der Quell meiner Erfüllung, ich liebe dich wie du bist.

 

Hinweis: Aufgrund von größeren Schäden an der Schriftrolle konnten die Verse 13-15 leider nicht mehr rekonstruiert werden.

 

16     Du mein Gefährte, wie sehne ich mich nach dir, der meine Sinne verzaubert.

17     Wie herrlich bist du, mein Geliebter, dein Leib ein Tempel der Stärke, deine Lenden ein Feuer, das lodert und brennt.

18     Dein Berka Sharbit (Zepter des Segnens) der mir die Osher (Glut des Segens) in der Dreifaltigkeit von Ahava Amara (Besuch des Liebesgartens), Ahava Neshiva (Besuch der Hingebungspforte) und Ahava Apsitha (Besuch des Wonnebrunnens) spendet, in all seiner Kraft und Ausdauer.

19     O heiliger Zarunos (feuriger Stab), gepriesen sei deine Macht, wenn du in mich kommst.

20     O heiliger Zarunos, ich preise deine Härte, wenn du in meinen Aphura (verborgenes Tor) stößt, höre ich Engel singen.

21     O heiliger Zarunos, ich preise dein hartes Berka Sharbit (Zepter des Segnens), wenn meine Zunge deinen Nektar kostet.

22     Peitsche mich, du Träger des heiligen Zarunos, peitsche mich!

23     Das Schemna (im Samen gefangenes Licht) des Pletharos (Ausbruch des Lichts) will ich in mir aufnehmen, auf das wir gemeinsam in den Pleroma (achter Himmel) eingehen.

24     Gelobt sei Gott und die Sinne die er uns geschenkt hat.

 

Libertineros 2026

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