Die Schatten der Begierde
„Es zeigt sich
auch […] dass man ab irgendeinem Punkt, wenn man in höhere gesellschaftliche
Sphären aufsteigt, nicht weniger, sondern mehr Verrückte, Soziopathen und
Sadisten treffen wird; dass die medialen und politischen Eliten nicht
automatisch moralisch überlegen, sondern vielfach psychisch kaputt sind und
dass extreme Macht und extremer Ruhm die Menschen korrumpieren und zerstören
können oder zerstörte Menschen anziehen.“
(Aus „Abgründe der Macht“, Max Mannhart, Sebastian Thormann zur
„Epstein-Affäre“, Februar 2026)
Prolog
Die „Schatten der Begierde“ führen die Handlung aus „Die Schatten von Tsushima“ fort. Aus der Perspektive des Pjotr Michailowitsch Gromow blicken wir auf die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, eine Zeit, in der sich große Umbrüche bereits am Horizont abzeichneten, die Größenordnung der Veränderungen die bevorstanden den Menschen jedoch noch nicht ausreichend bewusst geworden war.
Parallelen zu heutiger Situation sind dabei durchaus erkennbar, auch wenn sich Geschichte nie wiederholt. Gerne spricht man manchmal in diesem Zusammenhang davon, dass sich Geschichte reimt, in dem Sinne, dass sich zwar Abläufe nicht wiederholen, sich aber die Muster ähneln, nach denen die Geschehnisse stattfinden.
Lust und Leidenschaft, Gier und Verblendung, Ideologie, Glaube und Hoffnung vermischen sich zu teilweise irrationalen Entwicklungen, die noch wenige Jahre zuvor niemand für möglich gehalten hätte.
Wenn ich zurückblicke auf die Entstehungszeit der „Schatten von Tsushima“ in 2021, so stelle ich fest, dass ich die weltweiten politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, die sich uns heute darstellen, nur sehr eingeschränkt für möglich gehalten hätte. Die Wirklichkeit hat an vielen Stellen meine damaligen Befürchtungen bereits weit übertroffen.
So überlasse ich es dir, lieber Leser, bei aller Erbauung über die erotisch-flagellantischen Abenteuer meines Protagonisten, Pjotr Michailowitsch Gromow, auch immer wieder einen Gedanken an die Wirklichkeit zu verschwenden, in der wir alle zu leben haben, und auf deren Entwicklungen der Einzelne nur sehr wenig Einfluss nehmen kann.
Umso wichtiger erscheint mir, dass wir unsere Lebenszeit nutzen, dieses Leben so weit als möglich auszukosten, auch wenn wir bereits die dunklen Schatten am Horizont wahrnehmen können. Auch am Rande des Abgrunds warten auf uns noch Lust und Leidenschaft.
In diesem Sinne wünsche ich viel Vergnügen beim Lesen, und freue mich über Kommentare und Rückmeldungen.
Libertineros 2026
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