Die Soirée

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Die Schatten der Begierde - Kapitel 1

Das Jahr 1907 schien zunächst ein ruhigeres Jahr zu werden. Meine junge Ehe mit Taisija Wassiljewna Priboi, der Schwester von Egor Wassiljewitsch Priboi mit dem mich seit unseren gemeinsamen Erlebnissen im Nachgang der schmerzlichen Niederlage von Tsushima eine enge Freundschaft verband, war in den ersten Monaten mit allen erdenklichen Wonnen erfüllt, derer sich ein junger Ehemann erfreuen kann.

Der außergewöhnlichen Verlobung war im Oktober des vorherigen Jahres eine konventionelle Hochzeitsfeier gefolgt, mit einer Hochzeitsreise, die uns über Berlin und Paris bis nach London geführt hatte. Mit dem Schiff waren wir noch vor Weihnachten nach Sankt Petersburg zurückgekehrt, und hatten die Tage des strengen Frosts in trauter Zweisamkeit verbracht.

Nachdem ich in die Position eines Oberleutnants aufgestiegen war, war ich inzwischen aus dem aktiven Dienst aufgrund einer Sondervereinbarung ausgeschieden, da mich die Admiralität als Verbindungsmann zur Rüstungsindustrie nutzen wollte. Während der retrospektiven Auswertung der Erkenntnisse aus der Niederlage bei Tsushima, war man auf mich aufmerksam geworden, da ich mich sehr stark in die technischen Aspekte der Rüstung eingearbeitet hatte, und der technologische Rückstand der zaristischen Streitkräfte unübersehbar war.

Bei der Admiralität hatte ich in Admiral Jewgeni Michailowitsch Berens einen mächtigen Förderer gefunden, der selbst sehr technisch interessiert, und gegenüber dem althergebrachten Denken der übrigen Admiralität, ein fortschrittliches Weltbild pflegte. Ihm hatte ich die Sondervereinbarung zu verdanken, die es mir erlaubte, mich beliebig im militärisch-industriellen Umfeld zu bewegen, und dabei selbst auch gute Geschäfte zu machen.

Russland selbst schien nach und nach wieder zur Ruhe zu kommen, und die wirtschaftliche Lage wurde etwas besser, auch wenn immer noch hier und da Arbeiter revoltierten und es zu Arbeitskämpfen kam.

Auf Anraten von Konstantin Fjodorowitsch Kuzmanow, meines guten Freundes und Notars, hatte ich eine beträchtliche Summe in eine aufstrebende Waffenfabrik investiert, die angesichts der beschlossenen Verbesserungen der Ausrüstung von Armee und Marine als eine Konsequenz aus der Niederlage gegen Japan, gute Gewinne erzielte.

Ich hatte es mir nicht nehmen lassen, im März die Fabrik, die in einem der Außenbezirke von Sankt Petersburg lag, zu besuchen, und mir selbst einen Eindruck zu verschaffen. In Grigori Lipmanowitsch Fjodorow, dem Fabrikanten und Direktor, erkannte ich einen Gleichgesinnten, der wie ich von moderner Technik begeistert war, und seine Fabrik entsprechend nach modernsten Gesichtspunkten führte. Grigori Fjodorow hatte sich einige Zeit im Ausland aufgehalten, und sich insbesondere die Arbeitsweise und Effizienz der deutschen Waffenfabriken genau angeschaut.

Schnell war er zur Erkenntnis gekommen, dass die konventionelle Ausstattung unserer Truppen mit den schon seit vielen Jahren unverändert in Gebrauch stehenden Gewehren nicht mehr zeitgemäß war, und so hatte er sich auf die Herstellung der neuartigen Maschinengewehre spezialisiert.

Doch die Armee war zögerlich in der Beschaffung, und auch die Marine wollte zunächst nur wenig von den neuen Möglichkeiten wissen. Nach den herben Verlusten an Schiffen im fernen Osten gab es zunächst andere Prioritäten, auch wenn mein Förderer Admiral Berens hier immer wieder aktiv wurde.

Endlich gelang es mir in der Mitte des Jahres das Waffenbeschaffungsamt von einer größeren Bestellung der neuen Generation von Maschinengewehren zu überzeugen, womit die Auslastung der Fabrik bis weit in das nächste Jahr gesichert war.

Natürlich hatten Taisija und ich nach unserer Hochzeit alle möglichen Spielarten der Liebe zunächst gemeinsam ausgekostet, in unseren Rausch der Lust aber zunehmend auch andere Partner einbezogen.

Chazkele Grigorjewitsch Schagal hatte uns mit einem Kreis fortschrittlich denkender und über den Konventionen stehender Persönlichkeiten bekannt gemacht. In deren Dunstkreis waren wir auch wieder auf den „Starez“ Grigorij Jefimowitsch Jakowitsch und seine Gefährtin Olga Alexandrowna Lochtina getroffen, deren freizügige Interpretation der Lust wir bereits während unserer außergewöhnlichen Verlobungszeremonie kennengelernt hatten.

Über Olga Lochtina hatte Taisija wiederum Polina Aleksandrovna Govorova kennengelernt welche, obschon ebenfalls verheiratet, den Tribadismus pflegte.

Das Raisa Korshunova eine Sapphistin war wurde mir zum ersten Mal bei einer der Soiréen des Starez bewusst, zu der wir eingeladen waren.

Zu diesen Soiréen wurden immer nur persönlich vom Starez ausgewählte Persönlichkeiten ausgewählt und eingeladen. Wobei dies nicht immer nur Paare waren, Grigorij Jakowitsch und Olga Lochtina jedoch stets auf die Ausgewogenheit zwischen männlichen und weiblichen Aspiranten achtet. Zu den euphemistisch als Wonnesoirée bezeichneten Ereignissen eingeladen zu werden, galt in der Petersburger Gesellschaft als eine besondere Gunst.

Die Soiréen fanden abwechselnd bei unterschiedlichen Gastgebern statt, und mit der Zeit lernten Taisija und ich auf diese Weise viele prunkvolle Paläste und Herrenhäuser von Sankt Petersburg kennen.

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Jene Wonnesoirée, bei der ich zum ersten Mal Taisijas neue Freundin Polina und ihren Mann Viktor Fedorovich Govorov traf, fand im Januar 1907 im Haus der Korshunovs statt, wo Raisa Constantinovna Korshunova und ihr Gatte Michail Titovich Korshunov sich als vorzügliche Gastgeber herausstellten.

Viktor Govorov und Michail Korshunov entstammten beide wie ich selbst alteingesessenen Familien aus den höchsten Kreisen von Sankt Petersburg, und waren auch beide hochdekorierte Offiziere in der zaristischen Armee. Ihr Einfluss reichte bis weit in die Politik hinein, und mit ihnen bekannt zu sein, und gerade in dem intimen Rahmen der Soirée zusammentreffen zu können, war von unschätzbarem Vorteil für jede Karriere und das Geschäft.

Neben den Korshunovs und Govorovs waren über Olga Lochtina und dem Starez Grigorij Jakowitsch hinaus noch weitere fünf Paare anwesend.

Der Abend begann zunächst mit gesanglichen Darbietungen im großen Salon. Danach ließ man sich an einem großen Bankett mit den erlesensten Spezialitäten unseres großen Reiches nieder. Im Anschluss daran zogen sich, wie es allgemein bei solchen Gelegenheiten üblich war, die männlichen Teilnehmer in den Rauchsalon zur Politik zurück, während die Damen sich an anderer Stelle des Hauses gegenseitig über den neuesten Tratsch und Klatsch aus Sankt Petersburg und Moskau auf den neuesten Stand brachten.

In den Unterhaltungen bei besten Zigarren und erlesenem französischen Cognac stellte ich fest, dass sich hier wieder hervorragende Kontakte knüpfen ließen. Neben dem Starez, der in gewissem Sinn die Geistlichkeit repräsentierte, waren Fabrikanten, Politiker und natürlich Militärs anwesend. Entsprechend interessant waren die Gespräche, und bald war ich in ein Gespräch mit Viktor Govorov, Michail Korshunov und einem gewissen Vasily Nikitich Brussilow vertieft. Zunächst ging es um die militärischen Konstellationen in Europa und den Einfluss, den die Niederlage Russlands gegen Japan darauf gehabt hatte. Als ich das Thema auf die neuesten technischen Entwicklungen, und die dadurch verursachten Auswirkungen auf die Militärtaktik brachte, erkannte ich schnell, woran das Zarenreich krankte: Während ich diese Auswirkungen als dramatisch ansah, war lediglich Viktor Govorov geneigt die Tatsache, dass Deutschland, Frankreich und Großbritannien in großem Stil in die Forschung und Entwicklung neuer Waffen wie Flugzeuge und Maschinengewehre investierten, als von Bedeutung anzusehen. Demgegenüber bestanden Michail Korshunov und Vasily Brussilow darauf, dass bei einem Konflikt am Ende doch die Masse der einsetzbaren Soldaten den Ausschlag geben würde.

Die Niederlage gegen Japans Flotte sahen sie als eine Ausnahmesituation an, die sich durch die ungünstigen Umstände des großen Anmarschwegs um die halbe Welt herum, ergeben hatte. Bei einem zu Lande ausgetragenen Konflikt würde die zaristische Armee schlicht durch die große Anzahl ihrer mobilisierbaren Soldaten die Oberhand behalten.

Leidenschaftlich argumentierte ich dagegen, wohl wissend, dass ein Maschinengewehr in kürzester Zeit Dutzende von Soldaten aufwiegen konnte, doch war mein Plädoyer weitgehend vergebens. So bemerkte ich auch erst das die anderen Herren sukzessive den Salon verlassen hatten, als Viktor meinte, es würde nun Zeit, nach seiner Frau Polina zu schauen. Da er vermutete, dass sie mit ihren Freundinnen Raisa und meiner Frau Taisija zusammen sein würde, lud er Michail und mich ein, gemeinsam nach unseren Frauen zu suchen.

Vasily Brussilow hingegen vermutete seine Partnerin bei Olga Lochtina und dem Starez und machte sich alleine auf die Suche.

Als Hausherr führte uns Michail zielgerichtet ins erste obere Stockwerk, und ich bewunderte die Großzügigkeit des Hauses, die sich in einer Vielzahl von Galerien, großzügigen Stiegen und opulent ausgestatteten Salons zeigte.

Die Türen zu den Salons standen weit geöffnet, und so konnten wir jeweils ungeniert den Blick hineinwerfen. War ich bei der ersten Soirée, der Taisija und ich beigewohnt hatten, noch erstaunt über die Freizügigkeit mit der die Teilnehmer den Abend der Lustbarkeiten genossen, so war mir der Anblick im ersten Salon inzwischen vertraut.

Trotz fehlender Kleider erkannte ich den Maschinenfabrikanten Nikolai Wassiljewitsch Putilow, wie er gerade dabei war mit einer der, mir zu diesem Zeitpunkt noch unbekannten, Damen zu kopulieren, die hierzu über die Kante eines Himmelbett drapiert lag und ihm bereitwillig ihr Becken hinhielt. Gleichzeitig war eine zweite Dame dabei dem Fabrikanten mit einer kleinen Peitsche den nötigen Ansporn zu geben der Ersteren ein ordentliches Stöhnen zu entlocken.

Wenig erstaunt war ich auch über das Bild im zweiten Salon, in welchem zwei Herren sich mit einer Dame vergnügten, indem der eine sie von hinten nahm, während diese auf eine Chaise-Longue knieend dem Anderen sein steil aufgerichtetes Glied mit der Zunge leckte.

Hätte mich noch vor einem Jahr die Szenerie fast umgehend gefährlich in die Nähe einer Explosion meiner Lust gebracht, so hatten mich die lustvollen Monate mit Taisija und die bei einigen Soiréen bereits erfahrenen Ausschweifungen gelassener gemacht.

Der nächste Salon, in welchem eine Dame mit überaus üppigen Rundungen mit Armen und Beinen in Form eines „X“ stehend an den Pfosten eines weiteren Himmelbetts gefesselt war, und ihren höchst anregenden Hintern den Küssen einer lange Peitsche entgegenstreckte, war da schon eher geeignet meine eigene Lust anzuheizen.

Ich verweilte daher auch ein wenig, den befriedigt lüsternen Herren beobachtend, der da geschickt die Peitsche zu schwingen wusste. Ich erkannte ihn ihm den Magistrat und Prätor Justizialrat Salnikov, und musste bewundernd anerkennen, wie der Glückliche äußerste Gewandtheit darin bewies, die kleine Spitze der sicher eine Saschen langen Peitsche ins Ziel zu lenken.

Ein sattes Schnalzen quittierte jedes Mal seine fein dosierte Anstrengung die verlängerte Macht seines Armes auf den, bereits von etlichen Treffern gezeichneten, Popo der Dame wirksam werden zu lassen. Die getroffene Partie wiederum bedankte sich für den Kuss mit einer schwingenden Bewegung, um nur kurz darauf gerötet wieder in ihre Ausgangsposition zurückzukehren, bereit für die nächste Zärtlichkeit der Peitsche.

In letzter Zeit hatte Taisija deutlich weniger Bereitschaft signalisiert von meiner Hand Schläge der Lust zu empfangen, was soweit reichte, dass sie zweimal schon Migräne vorschützte, als ich schon zum Rohrstock greifen wollte. Umso mehr erregte mich nun die Szene, in der nun jedem Schnalzen der Peitsche alsbald ein wollüstiges Stöhnen der Dame folgte.

Gerne hätte ich die Szene noch weiter verfolgt, doch Viktor und Michail waren schon zu den nächsten Salons weitergeeilt, und hatten schließlich Taisija, Polina und Raisa gefunden.

Die drei hatten ihrerseits bereits eine lustvolle Betätigung gefunden, und als ich in das Zimmer trat, konnte ich bewundern, wie alle drei völlig nackt auf einem riesigen niedrigen Futon lagernd, und ein sinnliches Dreieck bildend, sich gegenseitig an der Schamgegend der jeweils Anderen berauschten.

Als Einziger schien wohl nur ich überrascht meine Taisija zum ersten Mal zwischen den Beinen einer anderen Frau vorzufinden, denn Michail und Victor gesellten sich ungeniert zu der trauten Dreisamkeit, und begannen ihrerseits die Brüste der Weiber mit ihren Zungen zu Liebkosen. Dabei ergab es sich, dass Michail sich die Nähe zu Polina, Victors Frau, suchte, während Viktor ungeniert die vollen Brüste meiner Taisija angesteuert hatte. So blieb mir als Nachzügler nichts anderes übrig als mit den Brüsten von Raisa vorlieb zu nehmen, die allerdings auch ganz und gar nicht zu verachten waren.

Raisas Brüste waren spitzer als Taisijas und aufreizend ließ sie ihre langen blonden Haare über meinen Kopf fallen, sodass ich für einen Moment wie durch einen Vorhang von der Außenwelt abgeschottet war. So war ich vollständig allein mit dieser, von einer steifen Erhebung gekrönten, Brust um die ich meine Zunge kreisen ließ. Dies schien Raisa zu gefallen, denn alsbald spürte ich ihre Hände an meinen Beinkleidern und schnell unterstützte ich sie darin, diese loszuwerden. Mit geschickten Händen brachte sie meine Männlichkeit zur vollsten Entfaltung und kurz darauf entpuppte sie sich als wahre Meisterin darin mich mit ihrer Hand mehrmals unmittelbar vor eine Eruption zu bringen.

Nichts schien es in diesem Moment anderes zu geben, als Raisas Brust und meine Zunge, Raisas Hand und mein Schwanz - zumindest für mich. Denn andererseits ließ sich Raisa ihre Weiblichkeit ja auch von Polina verwöhnen, während ihre Zunge Taisijas Scham erkundete.

Nur bruchstückhaft bekam ich mit, wie der zackige Michail Korshunov sein kantiges Gesicht an Polinas kleinen Brüsten rieb, die von seinem rauen Bart schnell mit einer kratzigen Röte überzogen wurden. Doch Michail beließ es wohl nicht nur dabei Polinas Busen zum erröten zu bringen, denn ich hörte, wie er die kräftige Hand seines massigen starken Körpers immer mal wieder laut auf ihr kompaktes Hinterteil klatschen ließ, das sich in seiner Reichweite befand. Dies schien Polina ihrerseits bei ihren Anstrengungen anzuspornen, Raisias Venusgrotte zu verwöhnen, was jene zu lautem Seufzen und Stöhnen brachte.

Victor wiederum rieb seinen Oberlippenbart ebenfalls an wonnigen Brüsten, nämlich jenen meiner Taisija, wovon ich allerdings kaum etwas mitbekam, da er weitgehend außerhalb meines Blickfeldes zu Gange war.

´Was für ein Durcheinander´, dachte ich für einen Moment, als mir bewusst wurde, dass die Schenkel zwischen denen Raisas Kopf vergraben lagen zu Taisija gehörten und es damit kein Wunder war, dass es Taisijas, mir wohl vertrauter, Duft war, welcher meine Nase umwehte, die ja in unmittelbarer Nähe zu Raisas Brüsten weilte.

Doch gab ich mich dem Rausch hin, gierig auf die nächste Stufe der Erregung harrend, welche mir durch Raisas Hand bereitet wurde.

´Völlig verrückt´, dachte ich, da lagen zwei Generale und ich, als einer der sie beliefernden Waffenfabrikanten, mit ihren lüsternen Weibern in einem Lotterbett, und jeder teilte die höchste Intimität mit dem anderen.

Musste es nicht so im alten Rom gewesen sein? Und war vielleicht deshalb Roms militärische Macht irgendwann einmal geschwunden? Aus heutiger Sicht denke ich, dass dieser Gedanke nicht so abwegig ist, wenn man bedenkt, wie sich die Geschichte weiterentwickelte. Doch zurück zu jenem lustvollen Abend.

Raisa hatte ihre Haare nun seitlich in Sicherheit gebracht, denn Taisija Feuchtigkeit bedeckte nicht nur Raisas Gesicht, sondern zunehmend auch ihre Haare. Dadurch konnte ich nun meinerseits Taisija aus einer ungewohnten Perspektive wahrnehmen: Die gespreizt auf ihr Allerheiligstes zulaufenden Linien ihrer Schenkel führten meinen Blick geradezu hin zu der aufreizenden Spalte ihres Popos und waren gekrönt von Taisijas Rosette inmitten traumhafter Hügel. Meine Taisija konnte sich sehen lassen, und dieser Anblick steigerte meine Erregung ins Unermessliche.

Gerade als ich den Gedanken fassen wollte, die rosige Anhöhe mit der lustversprechenden Öffnung mit meiner rechten Hand zu erklimmen, stellte ich fest, dass Raisa schneller gewesen war, und so blieb mir nichts anderes übrig, als zu beobachten, wie ein schlanker Finger Raisias im Begriff war, Taisija in eine neue Dimension der Lust zu befördern.

Es dauerte nur wenige Sekunden, bis Taisija durch diese Aktion über jene Klippe getrieben war, die ich alsbald auch zu erreichen hoffte.

Taisijas Klimax war der Auftakt einer orgiastischen Kettenreaktion, bei der in kürzester Zeit alle Beteiligten ihren Höhepunkt überschritten.

Nach und nach trat Ruhe ein, und die zuvor in undurchschaubarer Verstrickung miteinander verwobenen Körper entwirrten sich, um den Nachhall der Lust in entspannter Haltung auf dem Futon zu genießen. In seiner Lust schien jeder in seinem eigenen Universum mit sich allein, und erst langsam drang es in mein Bewusstsein, dass ich an diesem Abend für Taisija nur eine Randfigur gewesen war.

War es das gewesen, was Schagal mir bei unserem ersten Treffen prophezeit hatte: „… ihr werdet in Zukunft vieles gemeinsam unternehmen, und eure Weiber werden es zu schätzen wissen.“

Das Geschehen hatte mich ein wenig verwirrt.

Es war spät geworden. Tatsächlich näherten wir uns bereits dem kommenden Morgen, und die Soirée endete nachdem sich alle wieder im prosaischen Hier und Jetzt eingefunden hatten.

Auf der Rückfahrt kamen mir die Worte Chazkeles vom neunten Gebot in den Sinn: in der Nacht der Verlobungszeremonie hatte er uns gemahnt, nicht unseres nächsten Weibes zu begehren, doch im Nachgang hatte ich mich kundig gemacht, und gefunden, dass das neunte Gebot nach der orthodoxen Zählweise anwies kein falsches Zeugnis abzulegen, und überhaupt nichts mit Sinnenlust zu tun hatte.

Und immer noch hatte ich nicht verstanden, warum er uns das überhaupt in jener Nacht gesagt hatte, wo doch er selbst es gewesen war, der uns in diese promiske Gesellschaft eingeführt hatte. Hatte er uns damit sagen wollen, dass es das letzte Mal sein würde, dass wir in jener Nacht unsere Weiber ganz für uns alleine haben sollten?

Trotz der erregenden Situation mit Raisa, fühlte ich mich im Nachgang zu dieser Soirée nur wenig befriedigt, ganz im Gegenteil zu Taisija, die in den nächsten Tagen und Wochen auffällig viele Besuche bei ihrer Freundin Polina machte.

Dies beunruhigte mich jedoch zunächst nicht weiter, denn nur kurze Zeit später folgten wir einer weiteren Einladung des „Starez“ Grigorij Jefimowitsch Jakowitsch.

 

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