Die Novizin
Die Schatten der Begierde - Kapitel 13
Nach dem angenehm verbrachten Sommer an der österreichischen Adria, zog es mich zunächst gar nicht nach Sankt Petersburg zurück, und ich blieb erst einmal noch eine Weile in Wien. Briefe von Taisia signalisierten mir, dass zu Hause im Wesentlichen alles in Ordnung war, und sie es offensichtlich genoss, während meiner Abwesenheit im Haus frei schalten und walten zu können.
Meine Investitionen entwickelten sich auch in meiner Abwesenheit gut, und die innenpolitische Lage schien sich zumindest soweit beruhigt zu haben, als das keine größeren Arbeiteraufstände zu befürchten waren.
Zwar hörte man auch in Wien, dass die wirtschaftliche Lage der unteren Schichten sich in Russland, im Gegensatz zum übrigen Europa, verschlechterte, doch schien der Zar die Lage so weit im Griff zu haben.
Dabei hatte es sich außerordentlich bewährt, dass die Geheimpolizei inzwischen in allen Fabriken Spitzel installiert hatte, was sich leichter als gedacht hatte bewerkstelligen lassen.
Viele am Rande der Armut lebende Menschen waren offensichtlich bereit für ein paar Rubel, und die Zusicherung, dass sie auf der Seite der Guten standen, ihre Mitmenschen zu denunzieren, die gegen die herrschenden Verhältnisse aufbegehren wollten.
Ich erfuhr später davon in einer meiner Fabriken, als mir mein Betriebsleiter geradezu euphorisch davon berichtete, wie die gegenseitige Bespitzelung in der Belegschaft zwar Misstrauen und schlechte Stimmung hervorgebracht hatte, erstaunlicherweise die Arbeitsproduktivität dadurch aber nicht gelitten hatte. Im Gegenteil war gerade bei den Rüstungsbetrieben, die von der Regierung nun viel Geld bekamen, der Produktionsausstoß gestiegen, da die lästigen Unterbrechungen am Arbeitsplatz entfielen, weil keiner mehr mit dem anderen sprechen und sich offenbaren wollte.
Auch wenn mir Bespitzelung und Denunziation ein Gräul sind, und ich Denunzianten als die schäbigsten Menschen auf der Welt verachte, selbst wenn sie glauben, auf der guten Seite zu stehen, konnte ich an dieser Stelle nicht viel tun, außer dafür zu sorgen, dass es wenigstens meinen eigenen Arbeitern in der Fabrik nicht allzu schlecht ging, so dass sie nicht gezwungen waren, sich derlei verachtenswerter Tätigkeiten hinzugeben.
So herrschte auch in meiner Fabrik Ruhe und geschäftiges Treiben, und mein Vermögen wuchs mit jeder zusätzlichen Spannungslage die das Ausland an uns herantrug. Gerade die Habsburger aus Österreich-Ungarn und das Deutsche Reich spielten an dieser Stelle ein mehr als undurchsichtiges Spiel.
Zusammen mit meinem Freund Sinowi, verlebten wir zusammen mit Mali und Peperl noch einen lustvollen Spätherbst und angenehme Wintertage, bis das Schicksal meinen beschaulichen Wiener Tagen ein jähes Ende bereitete.
Durch einen Zufall hatte Peperls ehemaliger Zuhälter Ferdl Kukilo sie und Mali bei einem Spaziergang auf dem Prater wiedererkannt, und war ihnen danach bis zu der Wohnung gefolgt, die Sinowi und ich für die beiden in der Josefstadt, einem der besseren Bezirke Wiens, angemietet hatten. Durch seine Beziehungen in der Unterwelt wusste Kukilo, dass es gerade Peperls Aussage bei der Polizei gewesen war, die ihn hinter Gitter gebracht hatte, und nun war für ihn die Zeit der Rache gekommen.
Unter einem Vorwand war er in das Haus gekommen, und danach in ihre Wohnung, eingedrungen. Was danach im Einzelnen geschah, ließ sich im Nachgang nicht mehr mit aller Bestimmtheit rekonstruieren. Im Ergebnis lagen Peperl und Mali tot in der Wohnung, hatten sich jedoch offensichtlich nicht kampflos ihrem Schicksal ergeben, denn ein schwer verletzter Ferdinant Kukilo verstarb wohl kurz nach Eintreffen der Polizei ebenfalls an Ort und Stelle.
Welch abruptes Ende einer doch so vielversprechend durchlebten Episode meines Lebens!
Doch sollte dies nicht das einzige Unglück bleiben, dass mich dazu bewog, Wien wieder in Richtung Sankt Petersburg zu verlassen.
Denn nur wenige Tage danach erreichte mich die Botschaft, dass meine Taisija bei einem Eisenbahnunglück umgekommen sei.
Umgehend kehrte ich nach Sankt Petersburg zurück, und erfuhr die ganze traurige Wahrheit, die mich noch mehr erschütterte, als ich von einem Vertrauten den tatsächlichen Hintergrund über das Zugunglück erfuhr.
Hatten die Zeitungen geschrieben, dass das Unglück auf menschliches Versagen des Lokführers zurückzuführen gewesen sei, der einfach mit viel zu hoher Geschwindigkeit in eine Kurve gefahren war, so wusste mir meine Quelle, die Verbindung zu Geheimdienstkreisen hatte, dass es in Wahrheit eine Gruppe von Anarcho-Kommunisten gewesen sei, welche die Schienen in der betreffenden Kurve gelockert, und dadurch den Zug zum Entgleisen gebracht hatten. Da die Strecke an dieser Stelle in der unmittelbaren Nähe eines Abhangs zu einem Fluss verlief, waren einige der Waggons in diesen gestürzt, und viele Menschen waren in den eisigen Fluten, eingeklemmt in den Waggons, rettungslos verloren.
Tatsächlich tauchten nur wenige Tage nach dem Unglück sogar Flugblätter dieser Anarchistengruppe auf, die sich stolz damit brüsteten den Anschlag verübt zu haben, und damit die Arbeiterklasse befreien zu wollen. Genau jene Menschen der Arbeiterklasse, von denen nun viele in den eisigen Wassern des Flusses ertrunken waren.
Zynisch behauptete die Gruppe in dem Flugblatt, welches ich selbst gelesen habe, der Freund der Arbeiterklasse zu sein, und dass der Zweck, die Arbeiterklasse zu befreien, alle Mittel rechtfertigen würde. Wer solche Menschenfreunde auf seiner Seite hat, der braucht wahrlich keine anderen Feinde mehr.
Völlig niedergeschlagen kehrte ich also nach Sankt Petersburg zurück, und obwohl mich viele meiner Freunde versuchten abzulenken, versank ich den ganzen Winter über in trübsinnige Gedanken, und verließ kaum das Haus.
Der Frühling wollte sich lange nicht zeigen, und so verharrte ich in einem Zustand aus Untätigkeit und Wut, ja regelrechtem Hass gegen alle Feinde des Zaren, insbesondere jene angeblich liberalen Kräfte, welche die Verhältnisse zum Besseren ändern wollten, tatsächlich aber nur den Anarcho-Kommunisten Vortrieb lieferten.
So spendete ich eine erkleckliche Summe einer von den Sicherheitsdiensten unterstützten, aber offiziell nichtexistenten, zarentreuen Gruppe, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die Anarcho-Kommunisten ihrerseits auszuschalten, was ihnen in der Folgezeit auch immer besser gelang.
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Mit dem Anstieg der Temperaturen, und dem Aufbrechen der Vegetation, verbesserte sich meine Stimmung, und nachdem ich lange Zeit die Einladungen von Olga Lochtina zu ihren Soiréen ausgeschlagen hatte, ließ ich mich von meinem alten Freund Konstantin Fjodorowitsch Kuzmanow dazu überreden, mit ihm doch wieder einen Abend zu verbringen.
Wie sich herausstellte, war zu dieser Soirée nur ein ganz enger Kreis der Freunde Olga Lochtinas eingeladen worden, und sie sollte im prächtigen Haus von Sofia Alexejewna Rusjawa stattfinden, welches ich schon aus von einem früheren Besuch bei ihr kennengelernt hatte.
Angenehme Erinnerungen an diesen ersten Besuch, hielten mich davon ab, meine Zusage wieder rückgängig zu machen, wie ich es doch schon einige Male zuvor gemacht hatte, und so trafen wir an einem lauen Maiabend am Haus der Sofia Rusjawa ein. Diese begrüßte mich freudig und versprach mir sogleich, dass ein unvergesslicher Abend mich erwarten würde.
Das wollte ich ihr gerne glauben, zumal im nächsten Moment Vasilina Nikolajewna Popowa, Konstantin Kuzmanows Cousine neben Sofia auftauchte, die mich bei meinem ersten Besuch in Sofias „Maison“ so bezaubert hatte. Am Funkeln ihrer tiefgrünen Augen konnte ich sofort erkennen, dass sie einer Wiederholung unserer damaligen Vergnügungen in keiner Weise abgeneigt war.
Alles in allem waren nur neun Männer und neun Frauen bei dieser Soirée zugegen. Der Vorstellung ihrer Namen nach war kein verheiratetes Paar dabei, doch erinnere ich mich heute lediglich noch der Vornamen der Teilnehmerinnen, die jede auf ihre Art ausnehmend hübsch anzusehen waren.
Neben Sofia, Vasilina und Olga waren da noch eine Ustinia, eine Varvara, eine Anna, eine Xenia eine Uljana, und eine Euphrosynia. Nicht nur der außergewöhnliche Name der Letztgenannten zog meine besondere Aufmerksamkeit auf sich, sondern ihre ganze Erscheinung, die mir wie die Aura einer unnahbaren Herrscherin glich. Und das obwohl ihre Gesichtszüge eher zart und kindlich, unschuldig, gleichzeitig jedoch ruhig und getragen würdevoll waren. Etwas, das wiederum in Kontrast zu ihren lebhaften, blauen Augen stand. Das Ganze noch gekrönt von leuchtend blonden Haaren, die kunstvoll frisiert waren. Das prinzessinnenhafte Kleid, das Euphrosynia trug, unterstrich ihren aristokratischen Charakter, der sich mir vom ersten Augenblick an aufgedrängt hatte.
Derart überwältigt, zögerte ich zunächst beim näheren Kennenlernen im Salon in ein Gespräch mit Euphrosynia einzutreten. Genau dies ließ sich jedoch nicht verhindern, da Olga Lochtina mich für diesen Abend zum Tischgefährten von Euphrosynia bestimmt hatte.
Obwohl es mir gelang, im Rahmen des opulenten Dinêr etwas mehr über meine Begleiterin zu erfahren, blieb Euphrosynia mir zunächst rätselhaft. Einerseits ging ein starker erotischer Zauber von ihr aus, der mich in eine innere Unruhe versetzte, die ich schon lange nicht mehr verspürt hatte, andererseits gab sie sich so unschuldig, fast kindlich naiv, dass sie mir in Sofias Runde deplatziert vorkam.
Auch das, was ich im Gespräch mit ihr erfahren konnte, brachte mich in Bezug auf meine Gefühle ihr gegenüber nicht wirklich weiter. Der „Starez“ Grigorij Jefimowitsch Jakowitsch war es, der mir nach dem Dinêr mit einem seltsam verschwörerischen Gesichtsausdruck erzählte, dass Euphrosynia am 9. September 1891 geboren, schon mit neun Jahren in ein Kloster gebracht, und erst kürzlich nach Vollendung ihres 18. Lebensjahrs aus dem Kloster Zarizyn in die Welt entlassen worden war. Ich fragte mich, warum er mir das alles so im Detail auseinandersetzte, konnte mir jedoch zu diesem Zeitpunkt noch keinen Reim darauf machen.
Nach dem verschwenderisch gestalteten Dîner, wie es im Hause der Sofia Rusjawa üblich war, eröffnete diese den Anwesenden, dass der nachfolgende Abend ganz meiner „Prinzessin“ gewidmet sein würde, deren Eintritt in das wahre Leben nach ihrem langjährigen Aufenthalt in einem Kloster gefeiert würde.
Kaum mehr verwunderlich für mich, bezeichnete Sofia die jugendliche Euphrosynia als „Königin des Abends“ zu welcher der passende König im weiteren Verlauf ermittelt werden sollte.
„Ihr, verehrte Herren, werdet mit eurer Zungenfertigkeit beweisen müssen, ob ihr es wert seid dieser Schönheit den Weg zur Lust zu ebnen. Denn unberührt ist sie bis heute, und so soll es bleiben, bis der wahre König des Abends feststeht. Doch wie Euphrosynia es im Kloster gelernt hat, ist Göttliche Lust immer auch mit Schmerz verbunden, und so wird sie die Peitsche so lange erdulden müssen, bis einer von euch ihr die göttliche Erlösung zu verschaffen weiß. Eure Chance währt jeweils für die Dauer von neun Peitschenhieben nach denen ein Anderer die Gelegenheit bekommt. Und derjenige, bei welchem Euphrosynia das Tor zur Lust durchschreitet, wird für den Rest des Abends der König sein. Er gewinnt sich damit nicht nur Euphrosynia zur Königin, sondern auch jede Andere der anwesenden Damen, die er ihrerseits durch das Tor der Glückseligkeit führen wird.“
Im Anschluss an diese Worte Sofias wurde per Los die Reihenfolge der Herren ermittelt, in der sie ihre Zungenkünste zur Probe bringen sollten. Ich selbst zog die Nummer 7, während Konstatin mit der Nummer 1 beginnen sollte.
Zusammen mit der illustren Gesellschaft folgte ich in einen anderen Salon, der durch ein kräftiges Feuer im Kamin bereits auf eine behagliche, für mein Empfinden fast zu hohe, Temperatur aufgeheizt worden war.
Eine große Anzahl brennender Kerzen verstärkte die Behaglichkeit der Szenerie, die bereits im Detail für die kommenden Handlungen vorbereitet worden war. Auf Hüfthöhe schwebte ein, an kräftigen Seilen an der Decke verankertes, weißes Tuch wie eine Wolke über einem Purpurfarben bezogenen weichen Bett mit einer Vielzahl von Kissen. Erst auf den zweiten Blick erkannte ich, dass die Wolke im Grunde durch vier starke Stangen stabilisiert wurde, zwischen denen das Tuch gespannt war.
Die tatsächliche Ausprägung des schwebenden Gebildes wurde mir jedoch erst klar, nachdem sich Euphrosynia entkleidet, und in aller Schönheit ihrer vollständigen Blöße sich anschickte, sich auf jenes schwebende Tuch zu begeben. Der „Starez“ Grigorij persönlich half ihr dabei sich entsprechend bequem einzurichten. Ganz offensichtlich war die gesamte Konstruktion exakt auf Euphrosynias Körper zugeschnitten, und mir wurde ganz plötzlich klar, dass dies das Werk von Chazkele Grigorjewitsch Schagal gewesen sein musste, von dessen diesbezüglichen Geschick ich schon einmal entsprechende Kostproben erhalten hatte.
Am Ende schwebte Euphrosynias Körper tatsächlich von seidigen Tüchern gehalten über dem Bett, ihr Popo betont aus ihrer Körperebene herausgehoben, während ihr Lustgarten jedoch gleichzeitig von unten her frei zugänglich blieb.
Grigorij wies auch Konstantin in seine Rolle ein, der sich nun rücklings auf dem Bett einrichtete, sein Gesicht genau ausgerichtet unter jenem schwebenden Dreieck der Venus über ihm, das allerdings noch einige Djuims außerhalb der Reichweite seiner Zunge entfernt war.
Ein kleines Podest, dass sich unmittelbar auf der rechten Seite des Bettes befand, bemerkte ich erst, als Olga Lochtina über einige Stufen auf selbiges hinaufstieg. Die kleine Peitsche die Olga in der Hand hielt, ließ mich den Zweck des Podests sofort erfassen: Die zuvor von Sofia erwähnten Peitschenhiebe würden von Olgas Hand kommen, und da Euphrosynias Popo am Ende gut 4 Fut über dem Boden schweben würde, benötigte Olga die erhöhte Position, um Euphrosynia peitschen zu können.
Inzwischen war die Wolkenkonstruktion mit Euphrosynia soweit von der Decke herabgelassen worden, dass Konstantins Zunge in den Lustgarten Euphrosynias eintauchen konnte, und Sofia hatte ihm und Olga das Zeichen gegeben zu beginnen.
Die alabasterweiße Haut Euphrosynias, die sich erstaunlich wenig von dem Tuch der Wolke abhob, wurde vom ersten Peitschenhieb geküsst, der nach kurzer Zeit wie zu erwarten bereits eine leichte Rötung hinterließ. War schon die Blöße Euphrosynias nach ihrer erfolgten Entkleidung für mich Anlass zu stetig steigender Erregung gewesen, so musste ich nun erkennen, dass über die traurigen letzten Monate längst vergessen geglaubte Triebe wieder machtvoll in mir aufstiegen, ja, mich geradezu überwältigten.
Das Schnalzen des Leders der Peitsche auf Euphrosynias Po führte unmittelbar zu korrespondierenden Zuckungen in meinem Schritt, gerade auch, weil Olga es verstand, durch entsprechend würdevolle Pausen der Zunge Konstantins ausreichend Gelegenheit zu geben, Euphrosynias Paradies in lodernde Aufregung zu versetzen. So zumindest empfand ich es aus meiner Beobachtung, da Euphrosynia keinerlei Schmerzensempfindungen von sich gab, und auch nach dem neunten Peitschenhieb sich eher wohlig in ihrer Tuchwolke zu räkeln schien.
Konstantin hatte sein Bestes gegeben, doch schien Euphrosynia noch weit vom Gipfel entfernt. Euphrosynias Wolke wurde wieder ein wenig nach oben gezogen, und Konstantin entstieg dem Bett, auf dem nun eine weitere Decke ausgebreitet wurde, und Sofia eine große kristallene Schale stellte. Derweil hatte Grigorij seiner Olga ein Glas Champagner gereicht, welches diese nun langsam in die Poritze von Euphrosynia goss, so dass das entstehende Rinnsal geordnet innerhalb ihrer Pobacken dem Dreieck der Venus zufloss, und von diesem, die Perle der Lust und die Lippen der Leidenschaft benetzend, stetig weiter in die kristallene Schale tropfte.
Nachdem Olga das ganze Champagnerglas geleert hatte, tupfte Sofia Euphrosynias Scham mit einem weichen Tuch trocken, und machte sie solchermaßen bereit dafür, dass der zweite Kandidat sein Zungenglück versuchen konnte.
Erneut wurde die Wolke mit Euphrosynia herabgesenkt, und das Spiel begann von neuem. Es wiederholte sich in gleicher Weise bei den weiteren Kandidaten.
Die Spannung im Raum war bei den umstehenden Betrachtern mit Händen zu greifen, obwohl sich bei Euphrosynias Reaktionen auch bei den nun nächsten Beglückern nur wenig Veränderungen ergaben. Zwar verstärkte sich zunehmend die Röte auf Euphrosynias Pobacken, die mit unverminderter Stärke von Olgas Peitsche geküsst wurden, doch erklärte ich mir die vergleichsweise schwachen Reaktionen Euphrosynias damit, dass in den Klöstern Russlands ein strenges Regiment herrschte, wie ich wusste. Die Peitsche spielte hierbei im Zusammenhang mit dem hervorbringen von Demut eine große Rolle, so dass ich annahm, dass Euphrosynias Popo im Laufe ihres noch jungen Lebens bereits ausreichend Erfahrung mit der Peitsche gesammelt hatte.
Nicht verborgen blieb mir allerdings, dass Euphrosynia von Zeit zu Zeit einige der typischen Laute der Lust entwichen, die mir anzeigten, dass jene von der Kombination der Zungenlust mit dem Peitschenschmerz doch nicht ganz unberührt blieb.
Inzwischen war der Kandidat mit der Nummer 5 zum Ende gekommen, und mein unmittelbarer Vorgänger schickte sich an seinen Platz einzunehmen. Ich fragte mich kurz, was denn passieren würde, wenn auch der letzte von uns Kandidaten seinen Versuch erfolglos abschließen würde, erinnerte mich jedoch daran, dass Sofia für diesen Fall angekündigt hatte, dass nach einer Pause, der Reigen von vorne mit Kandidat Nummer 1 erneut beginnen würde. Ich versuchte eine kleine Hochrechnung, und kam zu dem Ergebnis, dass Konstantin vielleicht eine gute Chance haben würde, in der zweiten Runde zum König zu werden. Mir selbst gab ich in diesem Zusammenhang aufgrund meiner hohen Nummer nur wenig Chancen. Selbst wenn diese Euphrosynia durch ihre Erziehung zur „Algophelia“ im Kloster länger brauchen würde, so hielt ich es meiner Erfahrung nach für unwahrscheinlich, dass es deutlich mehr als 100 Hiebe brauchen würde, um sie in die nötige Erregung zu versetzen. Und in einer zweiten Runde würden mir die Hiebe 136 bis 144 zur Gelegenheit werden. Daran glaubte ich nicht.
Über dieser prosaischen Überlegung war meine eigene Aufmerksamkeit und Erregung etwas abgeflacht, sodass ich fast aufschreckte, als Sofia mir bedeutete, mich selbst nun vorzubereiten, mich auf das Bett unterhalb der schwebenden Wolke Euphrosynias zu begeben.
Diese war, wie jeweils zuvor, wieder mit dem Inhalt eines Champagnerglases gesalbt worden, und wurde im nächsten Moment auf mich herabgesenkt.
Hatte ich vermutet, dass es der Duft des Champagners sein würde, der als erstes meine Sinne erreichte, so überraschte mich das volle weibliche Bouquet Euphrosynias, das so gar nicht nach leichtem Jungmädchenduft kam, sondern im Gegenteil, einem dunkelschweren Portwein gleich, alle meine Gedanken fortwischte. Blitzartig versetzte mich dieser Duft in einen entrückten Zustand, und unfähig mich selbst zu kontrollieren begann meine Zunge gierig die Quelle dieser Blume der Glückseligkeit zu liebkosen. Was schreibe ich „Liebkosen“. Es war wohl eher ein zunehmend forderndes Erforschen, ja rasendes Erkunden jedes erreichbaren Winkels dieses launigen Paradieses, welches da aber immer noch etwas entfernt über mir schwebte.
Dabei schien mir die Zeit still zu stehen, denn ich glaubte schon unendlich lange meiner Zunge freien Lauf gelassen zu haben, als ich den Impuls des ersten Peitschenhiebs in unmittelbarem Austausch zwischen Euphrosynias Paradies und meinem Mund spürte.
Tatsächlich hatten sich bis zu diesem Zeitpunkt nur meine Zunge mit Euphrosynias Lustbarkeiten berührt, da der Abstand der Wolke nähere Berührungen verhindert hatte. Doch schien Euphrosynias Körpermitte einen gewissen Spielraum zu haben, den diese möglicherweise in Anregung des Peitschenhiebs ausnutzte, um meinem Mund die Chance zu geben sie tiefer zu erreichen.
Heute frage ich mich, warum ich zuvor nicht einfach den Kopf gehoben und mich dadurch dem verlockenden Paradiesgarten genähert hatte, aber anscheinend hatte mich ein nicht ausgesprochenes Verbot davon abgehalten. Wie übrigens auch alle meine Vorgänger, deren Kopf, soweit ich das hatte beobachten können, stets ordentlich auf dem Kissen unter ihrem Kopf geruht hatte, während sie ihre Zungenartistik bewiesen.
Doch nun waren für mich alle Dämme gebrochen, und ich vereinigte meinen Mund noch vor dem zweiten Peitschenhieb mit Euphrosynias paradiesischem Lustgarten. Wie wild ließ ich meine Zunge darin die verschiedenen Blumen kosten und labte mich an der Vielfalt der Aromen, mit denen Euphrosynia mich überschwemmte. Dass meine Nase, derart an der Quelle des Ursprungs der verführerischen Düfte reibend, umso mehr aufreizende Signale empfing, ist keiner weiteren Erwähnung wert. Umso mehr jedoch, dass Euphrosynias Becken nun begann in wilden Zuckungen meiner Zungenfertigkeit zu antworten, was sich mit jedem weiteren Peitschenhieb verstärkte.
Konstantin beschrieb es im Nachhinein wie einen Kampf zwischen Euphrosynias, auf und ab tanzenden, Popos und der sie züchtigenden Peitsche, die von Olga in diesem Moment sogar in deutlich heftigerer Weise geschwungen worden sei.
Wieder gaukelt mir meine Erinnerung vor, dass dieser Zustand viele Minuten angedauert haben müsse, doch wird dies klar dadurch widerlegt, dass bereits nach dem vierten Peitschenhieb Euphrosynia sich wie rasend in ihrer Wolke gebärdete, so dass Konstantin befürchtet hatte, dass sie mitsamt der ganzen Konstruktion auf mich herabstürzen würde.
Doch war diese, dank Chazkele Schagals Künsten, offensichtlich wohl gestaltet, und hielt auch den stärksten Ausbrüchen Euphrosynias stand, die sich genau im nächsten Moment mit dem insgesamt sechzigsten Peitschenhieb ergab, den Euphrosynia mit einem spitzen Schrei quittierte und zu einem Deichbruch in ihrem Paradiesgarten führte. Ein Schwall göttlicher Flüssigkeit brachte mich dem Gefühl eines Ertrinkenden nahe, und nachdem ich unweigerlich eine größere Menge davon geschluckt hatte, rang ich nach Luft, während ich mich unmittelbar aus meiner Trance zurück in die Wirklichkeit versetzt sah.
Immer noch schwebte Euphrosynias Lustgarten über mir. Die Wolke mit Euphrosynia war jedoch bereits ein Stück in die Höhe gezogen worden, wobei Euphrosynia sich immer noch in wilden Zuckungen ergab, die dazu führten, dass immer wieder kleinerem Mengen von Euphrosynias Nektar auf mich herabregneten. Olga hatte die Peitschenhiebe eingestellt, und ich lag noch etwas benommen auf dem Bett, und realisierte erst jetzt, dass meine Oberkleider heftig von Euphrosynias Nass benetzt waren. Erst jetzt kostete ich mit einigem Bewustsein von diesem Nass, und es schmeckte wie Wasser, das man mit etwas Zucker gesüßt hatte. Nicht unangenehm, aber auch nicht weiter aufregend.
Konstantin half mir beim Aufstehen, da mir das erregende Geschehen wohl doch etwas zugesetzt hatte, und wie durch einen Nebel vernahm ich Sofia: „Es lebe der König und seine Königin“. Und alle Umstehenden fielen in diesen Hochruf ein. Mir wurde ein Champagnerglas gereicht, und Euphrosynia, die sich inzwischen ebenfalls wieder beruhigt hatte, wurde aus dem Gefängnis ihrer Wolke befreit.
„Mein König, …“, sprach mich Olga vor der illustren Runde an, „… es ist an der Zeit, dass ihr euch eurem Hofstaat genauso zeigt wie eure Königin“, und verdeutlichte mir damit, dass es nun an mir war, meine Kleider abzulegen, was ich gerne tat, denn die Feuchtigkeit begann sich langsam unangenehm ihren Weg durch den Stoff zu meiner Haut zu bahnen.
Also stand ich bald genauso nackt wie Euphrosynia neben dieser, und bekam von Olga einen kleinen goldenen Lorbeerkranz aufgesetzt.
Wieder wurde skandiert: „Es lebe der König und seine Königin“, und Olga nahm Euphrosynia und mich bei der Hand, und begleitete uns unter den Jubelrufen der Anderen in einen angrenzenden Salon. Auch dieser Salon war wohlig warm geheizt, und in seiner Mitte stand ein großes Himmelbett, das Olga uns beiden zur weiteren Erholung empfahl.
Trotz der Wärme im Raum kuschelt sich Euphrosynia sogleich unter die weiche Federdecke des Bettes und blickte mich mit funkelnden Augen und erhitzt geröteten Backen an. Dass sie dabei auf der Seite lag, verwunderte mich nicht, hatte sie doch zuvor 60 Peitschenhiebe auf ihrem Popo zu erdulden gehabt, deren Nachwirkungen sicher noch zu spüren waren.
Schweigend blickte ich eine Zeit lang in ihre Augen, doch gerade als ich beginnen wollte, das Erlebte irgendwie in Worte zu fassen, fielen Euphrosynia die Augen zu, und sie dämmerte in einen ruhigen Schlaf.
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