In der Waffenfabrik

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Die Schatten der Begierde - Kapitel 4

Die Ermordung des Grigori Lipmanowitsch Fjodorow durch die aufständischen Arbeiter der Waffenfabrik, in die ich erhebliche Anteile meines Vermögens investiert hatte, gefährdete einen wichtigen Auftrag der Marine, welcher der Fabrik den Weg in eine glänzende Zukunft ebnen konnte. Würde ich nicht bald einen fähigen Nachfolger finden, wäre das Bestehen der Fabrik ernsthaft gefährdet. Viel größer war aber die Gefahr, dass die unmittelbare Produktion zum Erliegen kommen würde, wenn keine starke Hand mehr Grigori Fjodorows Willen zum Erfolg umsetzen würde.

Also beschloss ich, mich ans andere Ende von Sankt Petersburg zu begeben, wo die Fabrik lag und ins Geschehen einzugreifen. Die anderen Anteilseigner begrüßten mein Engagement ebenso wie Grigoris Witwe Elena, die mir bereits in einem ersten Gespräch signalisiert hatte, dass sie der Situation ratlos gegenüberstand.

Elena Constantinovna Fjodorowna war eine eher zierliche Frau, mit feiner weißer Haut und kleinem runden Gesicht, aus dem grüne Augen freundlich lächelten. Auch ihr sanftmütiges Auftreten und ihr gebildetes Wesen verrieten, dass sie nicht im Umfeld einer rauen Fabrik aufgewachsen war. So sah sie sich auch völlig außerstande das Unternehmen weiterzuführen, obwohl ihr ein Großteil der Anteile gehörten.

Unendlich viele Dinge galt es zu regeln um den Betrieb nach dem Streik wieder anzufahren und am Laufen zu halten, und so entschloss ich mich, eine Unterkunft in der Nähe zu suchen, da es an vielen Abenden zu spät für eine Heimfahrt wurde, und ich so einige Nächte im Büro übernachten musste.

Elena Fjodorowna kam meinem Ansinnen jedoch zuvor, indem sie mir ein Zimmer in ihrem großen Haus anbot, das unmittelbar neben dem Gelände der Fabrik stand.

Die Aussicht hier nicht nur in einem gepflegten Haus wohnen zu können, sondern darüber hinaus auch noch die Kochkünste der Haushälterin der Fjodorows zu genießen, die ich bei früheren Besuchen von Fabrikant Fjodorow bereits kennenlernen konnte, ließen mich dem Angebot schnell zustimmen.

Die ersten Tage versank ich völlig in der Arbeit, und ließ mich von den Meistern durch alle Abteilungen der Fabrik führen. Ich ließ mir im Detail erklären wie dort gearbeitet wurde. Obwohl nach dem Streik etliche Arbeiter fehlten die verhaftet worden waren, fand ich die Arbeitsplätze sehr aufgeräumt und strukturiert vor, und die verbliebenen Arbeiter schienen mir durchaus zuverlässig zu sein.

Nach und nach verstand ich, dass der Aufstand nur von einigen Wenigen, dafür aber umso radikaler agierenden Kräften, verursacht worden war, während größere Teile der Belegschaft eigentlich in Ruhe gelassen werden wollten.

Tatsächlich waren die Löhne in der Fabrik im Vergleich zu anderen Unternehmen sehr gut, und Grigori Fjodorow hatte zudem für besondere Leistungen auch Prämien ausgelobt, und sich um seine Arbeiter gekümmert. Erstaunt hörte ich, dass er Arbeitern die krankwurden, eine Woche lang weiter den Lohn zahlte, und sogar eine Kasse unterhielt, aus der er ärztliche notwendige Behandlungen seiner Arbeiter finanzierte, wenn er dies für angemessen hielt.

Umgekehrt hatte Grigori Fjodorow aber wohl auch sehr unangenehm werden können, wenn seine Arbeiter nicht die nötige Qualität lieferten oder unentschuldigt der Arbeit fernblieben. In diesen Fällen war er wohl schnell mit Entlassungen bei der Hand gewesen.

Auch dem Alkohol hatte Fjodorow energisch den Kampf angesagt, und so war ich positiv überrascht davon, auf meinen regelmäßig stattfindenden Kontrollgängen kein einziges Mal einen angetrunkenen Arbeiter angetroffen zu haben. Von anderen Fabrikanten wusste ich dass dies für sie ein enormes Problem darstellte. Grigori Fjodorow hatte dieses Problem anscheinend auf seine strenge Art gelöst.

Im Endeffekt hatte er auf dieser Weise eine ganze Reihe fähiger und fleißiger Arbeiter gewonnen, und seine Werkmeister schienen mir durchweg recht kundige Leute zu sein.

Hier fiel mir insbesondere Walter Hartmann auf, ein Deutscher, den Grigori Fjodorow aus einer der bedeutendsten Waffenschmieden Deutschlands abgeworben hatte. Walter Hartmann war mit Alinka Kaminski verheiratet, einer Frau, die mit ihrer Familie ursprünglich aus Sosnowiec, dem Dombrowaer Kohlenbecken stammte und ins Deutsche Ruhrgebiet ausgewandert war. Von ihr hatte er etwas Russisch gelernt, und hatte Grigori Fjodorow bei einer Werksbesichtigung entsprechend auf Russisch begrüßt, der so auf ihn aufmerksam geworden war.

In gleicher Weise konnte ich Walter Hartmann bei unserem ersten Kennenlernen überraschen, denn mein Hauslehrer Viktor Panin war neben seinen Sprachkenntnissen in Französisch und Englisch auch ein versierter Liebhaber der deutschen Sprache gewesen. Er hatte mir über vier lange Jahre auch Deutsch auf den Lehrplan gesetzt, nachdem es ihm gelungen war, meinem Vater davon zu überzeugen, dass es nur von Vorteil sein konnte, die Sprache der größten Nachbarreiche, dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn zu beherrschen.

So begrüßte ich Walter Hartmann mit einem forschen „Guten Tag Herr Hartmann“, was sich als der Beginn einer hervorragenden Zusammenarbeit herausstellen sollte.

Walter Hartmann hatte sich schnell als Spezialist für die Anwendung der entscheidenden feinmechanischen Methoden herausgestellt, ohne die die modernen Waffen nicht hergestellt werden konnten. Die nötige Präzision überstieg alles, was im Russischen Reich zu dieser Zeit verfügbar war, und so hatte Grigori Fjodorow auf Anraten von Walter Hermann auch wichtige Werkzeugmaschinen aus Deutschland importieren lassen.

Wie Grigori Fjodorow war auch Walter Hartmann ein Mann der Tat, der einerseits wohlwollend mit seinen Arbeitern umging, andererseits aber auch hart durchgreift konnte, wenn er irgendwo Schlamperei entdeckte. So wurde ich auch bereits in der ersten Woche Zeuge wie er, bei einem gemeinsamen Durchgang durch die Dreherei für die kleinsten Teile der neuen Maschinengewehre, durchgreifen konnte.

Gerade weil hier höchste Präzision bei kleinsten Teilen entscheidend war, bestand der größte Teil der Arbeiterschaft in diesem Bereich aus jungen Frauen, deren sensible Hände geeigneter waren mit den delikaten Teilen umzugehen, als die der groben Arbeiter. Während die meisten Arbeitsplätze die wir vorfanden aufgeräumt und sauber waren, fiel Hartmann eine Drehbank ins Auge, bei der die zu bearbeitenden Teile wie Kraut und Rüben beieinander lagen, und zudem einige wild verstreut auf den Boden gefallen waren.

Es war der Arbeitsplatz einer gewissen Matrena, deren Nachname ich nicht mehr erinnere, und es stellte sich heraus, dass diese an diesem Tag noch nicht zur Arbeit erschienen war, und wohl am Vorabend ihren Arbeitsplatz auch nicht aufgeräumt und sauber hinterlassen hatte.

Ich konnte die Wut in Hartmanns Gesicht aufsteigen sehen, wobei er selbst aber ruhig mit dem Vorarbeiter sprach, und sich anhörte, dass auch die anderen Arbeiterinnen Klagen über die Zusammenarbeit mit Matrena vorbrachten. Dies wäre für Hartmann ein Grund gewesen, Matrena umgehend zu entlassen, doch sprang der Vorarbeiter für sie in die Bresche, dass sie bisher die sorgfältigsten Arbeiten ausgeführt hatte, und sie tatsächlich eine der wenigen sei, welche die feinsten Arbeiten ausführen konnte.

Walter Hartmann beherrschte seine Wut, und verfügte, dass Matrena umgehend in sein Büro gebracht würde, sobald sie auftauchte.

Ich war neugierig, und fragte ihn, wie er mit der Situation umzugehen gedachte, und er lud mich ein, zu ihm zu kommen, wenn er mit Matrena verfahren würde.

Tatsächlich, ich war inzwischen bereits dabei mich in einer anderen Abteilung nach dem Fortgang der Arbeiten zu erkundigen, kam eine der Arbeiterinnen aus Hartmanns Abteilung auf mich zu, und bat mich in seinem Namen, in sein Meisterbüro zu kommen.

Penibel aufgeräumt und sauber, wie ich es nicht anders von einem Deutschen erwarten würde, fand ich das Meisterbüro von Walter Hartmann vor, in welchem eine verschüchtert dreinschauende Matrena wartete. Matrena war einen Kopf kleiner als Hartmann, und machte mich auf mich in ihrer schlichten aber sauberen Kleidung einen eher zurückhaltenden Eindruck, der für mich so gar nicht zu ihrer Nachlässigkeit passen wollte. Ihre braunen Haare trug sie sauber zu einem langen Zopf gebunden, den sie wiederum kranzförmig auf den Kopf fixiert hatte, damit er ihr bei der Arbeit nicht in die Quere kam, und aus ihrem leicht ovalen Gesicht blickten zwei ruhige braune Augen, welche mir den Eindruck eines eher braven Mädchens vermittelten.

Doch hatte eine ihrer Kolleginnen erwähnt, dass Matrena zuweilen ihre „närrischen fünf Minuten habe“, wie sie sich ausdrückte, und dann in jugendlichem Leichtsinn entschied Dinge zu tun, die sie wohl besser unterlassen sollte.

Hartmann hatte ihr offensichtlich bereits die Leviten gelesen, und erzählte mir, dass Matrena keine richtige Begründung für ihre Nachlässigkeit am Abend und das zu spät kommen am Morgen hatte vorbringen können.

Angesichts ihrer bis zu diesem Zeitpunkt makellosen Arbeit, wollte er allerdings davon Abstand nehmen, Matrena umgehend zu entlassen, und eröffnete ihr daher, dass er einen deftigen Lohnabzug vornehmen würde. Matrenas Augen weiteten sich, und sie flehte: „Bitte nicht Herr Hartmann, ich brauche das Geld doch so dringend. Bestrafen sie mich, aber bitte keinen Lohnabzug“.

„Was schlägst du vor Matrena? Welche Strafe sollten wir dir stattdessen auferlegen?“, fragte Hartmann.

„Bestrafen Sie mich, wie es mein Vater getan hat, wenn ich nachlässig war“, war ihre schnelle Antwort.

Ich ahnte was nun folgen würde, denn jedem war bekannt, wie Väter mit ihren aufsässigen Töchtern umzugehen pflegten, und tatsächlich spielte sich im darauffolgenden ein altbekanntes Ritual vor meinen Augen ab. Ein Ritual, das offensichtlich auch dem deutschen Walter Hartmann nur zu geläufig war, denn es bedurfte keiner weiteren Worte.

Walter Hartmann räumte in seinem kleinen Büro die Pläne vom Schreibtisch, die bislang darauf gelegen hatten, und schob den Stuhl zur Seite, während Matrena herantrat, ihr Kleid schürzte und sich danach über die Schreibtischkante beugte. Matrena trug keine Unterwäsche, so dass umgehend ihr nackter Po durch die Oberlichter beschienen wurde.

Hartmann wiederum hatte aus einem Schrank einen Lederriemen genommen, den er nun geschmeidig durch seine Hände gleiten ließ, bis Matrena ihre endgültige Position gefunden hatte.

Hatte zunächst die blasse Haut von Matrenas Hinterteil meine Aufmerksamkeit absorbiert, so wanderte mein Blick nun über die übrige Figur des relativ zierlichen Mädchens. Matrena mag zu diesem Zeitpunkt vielleicht 17 Jahre alt gewesen sein, war aber um die Hüften herum schon sehr weiblich entwickelt, mit einem Hinterquartier, das ihrem Freund oder Mann bestimmt einige Wonnen zu bieten hatte. Schenkel und Waden waren harmonisch geformt, und insgesamt bot die, über die Schreibtischkante gebeugte, Matrena ein angenehmes Bild.

Ein Moment absoluter Stille schien sich im Meisterbüro auszubreiten, obwohl in den Werkstätten um uns herum der übliche Arbeitslärm tobte.

Dann holte Walter Hartmann aus und mit einem lauten Klatschen traf der Riemen Matrenas Popo über seine gesamte Breite, und hinterließ auf beiden Backen einen breiten roten Striemen. Nur wenig Zeit ließ Hartmann verstreichen, bis dem Ersten der nächste Riemenschlag folgte, und nach und nach die einzelnen Riemenspuren Matrenas Hintern in ein mehr oder weniger gleichmäßiges Rot verwandelten. Matrena selbst blieb ruhig, und erst als Hartmann den Riemen auch über Matrenas Oberschenkel treffen ließ begann sie zu leise zu schluchzen.

Müßig zu erwähnen, dass mich die Szenerie entsprechend erregte, auch wenn die Umgebung alles andere als erotisierend war. Doch hier lag der, von einem geschmeidigen Lederriemen rot gepeitschte, Hintern eines jungen Mädchens vor meinen Augen ausgebreitet, und nach einer ersten Runde, in der Meister Hartmann ihre gesamte Hinterfront in ein brennendes Flammenmeer verwandelt hatte, schickte sich jener an, die bereits getroffenen Stellen ein zweites Mal mit dem Riemen zu peitschen, um dadurch seiner Absicht, eine Wiederholung von Nachlässigkeiten durch Matrena zu verhindern, Nachdruck zu verleihen.

Jetzt war es auch um die vormalige Ruhe von Matrena geschehen, denn nun quittierte sie jeden Riemenschlag mit, immer deutlicher zu vernehmenden, Schmerzenslauten.

Die unaufgeregte Art, in der Walter Hartmann die Schläge austeilte, und dabei trotz der Enge im Raum weit ausholend, stets ausschließlich Matrenas Hintern traf - fast bin ich geneigt zu sagen mit deutscher Präzision - zeigte mir, dass Hartmann in dieser Art der Bestrafung von Nachlässigkeiten routiniert war. Mit Sicherheit war es nicht das erste Mal, dass in diesem Meisterbüro ein Hintern für die Nachlässigkeit seines Besitzers, beziehungsweise seiner Besitzerin büßen musste.

Wieder war Hartmann, nachdem er Matrenas Hintern ein zweites Mal durchgepeitscht hatte, bei den Oberschenkeln angekommen, und machte nun eine Pause. In dieser wandte er sich an mich, und meinte – sein Russisch war in dem Jahr, dass er nun bereits in Sankt Petersburg zugebracht hatte, hervorragend geworden, wenn auch mit dem typischen deutschen Einschlag:

„Mit der ersten Runde habe ich ihr ihre Nachlässigkeit vor Augen geführt. Mit der Zweiten hat sie Buße getan. Doch aller guten Dinge sind drei, und die dritte Runde wird sie im Gedächtnis behalten, und verhindern, dass sie es noch einmal tut.“

Damit erhob er wieder seinen starken Arm, und nun peitschte der Riemen noch einmal von oben bis unten über Matrenas Hintern, jeden Punkt ihrer Haut in tiefstem Rot hinterlassend.

Dann war es vorbei, und die schluchzende Matrena durfte aufstehen und nach einigen beruhigenden Worten von Hartmann den Raum verlassen.

„So läuft das eigentlich immer, wenn eine mal nicht spurt“, meinte Hartmann, „Lohnabzug habe ich noch kein einziges Mal verhängen müssen. Da nehmen die jungen Dinger lieber Prügel in Kauf. Und ihrem hübschen Hintern schadet das bestimmt nicht ...“, fügte Hartmann mit einem Gesichtsausdruck hinzu, der mir verriet, dass er dieser Art der Aufrechterhaltung von Disziplin nicht nur geschäftsmäßige Aspekte abgewinnen konnte.

 

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